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Bundesliga:Freiburg schiebt sich vor Bayern

TSG 1899 Hoffenheim v Sport-Club Freiburg - Bundesliga

Die Freiburger feiern ihr drittes Tor gegen Hoffenheim.

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Der ebenso harten wie herzlichen Umarmung von Christian Streich konnte sich beim SC Freiburg niemand entziehen. Mit dem 3:0 (2:0)-Sieg im badischen Bundesliga-Duell bei der TSG 1899 Hoffenheim gelang dem Kulttrainer am Sonntag ein kleiner Coup. Plötzlich finden sich die Breisgauer als Tabellendritter nach vier Spieltagen sogar vor dem FC Bayern München wieder. "Heute ist es einfach. Schwierig wird es dann in vier Wochen, in acht Wochen oder in zwölf Wochen", sagte der ewige Zweifler Streich, als er bei der Pressekonferenz längst wieder ernst dreinschaute.

Der erste Sieg seit neun Jahren in Hoffenheim, das war aber auch für den 54-Jährigen etwas ganz Besonderes. "Also ich hab' in Hoffenheim noch nie gewonnen, und ich war schon oft hier", erklärte Streich. Christian Günter (11. Minute), Janik Haberer (38.) und Nils Petersen (59.) zerlegten mit ihren Toren vor 29 395 Zuschauern in Sinsheim die Gastgeber. Streich gewann damit auch das Duell zwischen dem dienstältesten Chefcoach und dem Trainer-Neuling Alfred Schreuder, dessen Team nach der Ära Julian Nagelsmann und viele Abgängen erst noch zusammenwachsen muss.

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"Wir sind richtig zufrieden heute - ein toller Auftritt", lobte SC-Sportvorstand Jochen Saier sein Team. "Gegen einen starken Gegner so ein Ergebnis hinzulegen - so ein verdienter Sieg tut uns richtig gut", meinte Saier und warnte zugleich: "Wir wissen schon, wie eng das noch alles wird." Die Kraichgauer wirkten nach der Heimklatsche dagegen etwas ratlos. "Ich glaube, wir haben in allen Statistiken gewonnen - aber darauf kommt's leider nicht an", meinte Rückkehrer Sebastian Rudy. "Wir müssen hinten besser stehen und vorne die Dinger reinmachen. Die Niederlage tut wirklich weh."

Die Freiburger wirkten über die gesamte Spielzeit spritziger, zielstrebiger und auch taktisch besser eingestellt. Mitunter wussten TSG-Torhüter Oliver Baumann und seine Vorderleute kaum, wie sie die Bälle ins Mittelfeld befördern sollten. "Wir brauchen uns nicht schlechter reden als wir sind", meinte Baumann nach dem Abpfiff, schob dann aber ernüchtert hinterher: "Einfach scheiße, das ist schlecht, das ist nicht gut für uns."

Streich konnte es sich sogar erlauben, Jungstar Luca Waldschmidt, der kürzlich erstmals im Nationalmannschafts-Aufgebot von Bundestrainer Joachim Löw stand, erst in der 77. Minute zu bringen. Erstmals in dieser Saison in der Anfangsformation stand Kapitän Mike Frantz, der bislang nur zweimal eingewechselt wurde und einer der Besten war.

Die Hoffenheimer hatten durchaus ihre Chancen, allein Flügelflitzer Pavel Kaderabek vergab vor dem Pausenpfiff drei Gelegenheiten. Doch die Hintermannschaft wackelte gegen die flinken Freiburger ein ums andere Mal. Schreuder hatte den wieder fitten Benjamin Hübner überraschend auf der Bank gelassen. Dessen Defensivkollegen Vogt, Ermin Bicakcic und Stefan Posch hatten mitunter größte Mühe gegen den angriffsfreudigen Rivalen aus Südbaden.

"Da fehlte ein bisschen Tempo nach vorne", räumte Schreuder, angesprochen auf sein Mittelfeld-Duo Rudy/Florian Grillitsch, ein. Im Angriff können Ihlas Bebou und Ishak Belfodil bisher nicht den Abgnag von Joelinton und Szalai und das Fehlen des verletzten Andrej Kramaric wettmachen: Nur drei Tore in vier Spielen - alle aus dem Heimsieg gegen Werder Bremen - zeigen eine weitere Schwäche des letztjährigen Champions-League-Teilnehmers auf.

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