Freestyle-WM Nach acht Jahren scheidet sie bei der Bundeswehr aus

Vor allem die Reise nach Thaiwoo war lohnenswert, in China erreichte sie im Parallel-Buckelpistenfahren, dem sogenannten Dual Moguls, den 13. Rang - es ist ihre bisher beste Platzierung im Weltcup. Das Duell Frau gegen Frau kommt ihrem Fahrstil entgegen. "Ich kann schneller fahren, wenn ich gejagt werde und jagen muss", erzählt Förster. Einen Platz unter den besten 20 hat sie sich auch für die Weltmeisterschaft in der Sierra Nevada vorgenommen, dann wäre sie im Finale auf der 200 Metern langen Strecke mit den künstlichen Schneebuckeln und zwei kleineren Schanzen dabei. Sie will unbedingt die Vorrunde überstehen. "Dann ist vieles möglich", fügt sie hinzu, "auch das Podest."

Ob sie es nach der Saison noch einmal mit Crowdfunding probiert, um den nächsten Winter mit dem Saisonhöhepunkt der Olympischen Spiele zu finanzieren, weiß sie noch nicht. Im Moment plagen Förster ernsthaftere Probleme, Existenzsorgen. Im August wird sie aus der Bundeswehr ausscheiden, nach acht Jahren läuft ihr Vertrag als Sportsoldatin planmäßig aus. "Aber ohne Job kann ich den Sport nicht weitermachen", sagt sie. Deshalb geht ihr gerade vieles durch den Kopf. Ihren kostspieligen Sport will Förster nicht aufgeben so kurz vor Olympia, sie hängt an der Buckelpiste. "Wir wollen uns unbedingt allein zurückkämpfen in die Weltspitze." Aber wer sucht schon eine Mitarbeiterin, die im Winter die meiste Zeit über nicht anwesend sein kann, fragt sie sich. Katharina Förster ist gelernte Kinderpflegerin, sie werde sich jetzt wohl eine Stelle suchen, sagt sie. Aber ob sie auch einen passenden und verständnisvollen Arbeitgeber findet, kann ihr niemand garantieren.

Der DSV bezahlt nur den Flug zur WM

Auf die Hilfe des Deutsche Ski-Verbands kann die Buckelpistenfahrerin nicht hoffen. Die Zuwendung für die WM ist eine einmalige Sache. "Es war eine wirtschaftliche Abwägung, dass wir die Sportart nicht mehr finanziell unterstützen", sagt Heli Herdt, der Sportliche Leiter für die Freestyler. "Wir haben keine Sponsorenpartner mehr für die Buckelpistenfahrer gefunden und sind auf die privatwirtschaftlichen Geldgeber angewiesen." Die Athleten könnten sich nur selber helfen, fügt er hinzu. Also durch herausragende Erfolge. Der überraschende Anruf hat also nichts geändert, schon gar nicht das Leben einfacher gemacht für Katharina Förster. Sie bleibt eine Einzelkämpferin mit Geldsorgen.

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