Freeskierin Lisa Zimmermann Das Schwierige sieht bei ihr einfach aus

Mutiger finde sie sich nämlich nicht. Aber so manche Mitbewerberin, die sich an dem "Double Cork 1260" schon versucht hat, landete nicht auf den Füßen, sondern im Krankenhaus. Zimmermann lässt alles Schwierige so einfach aussehen, so schwerelos.

Für sie selbst ist das keine große Sache, schon gar kein Projekt, sie übt neue Tricks nicht irgendwo im Trockenen in der Halle und landet dann weich in der mit Schaumstoffwürfeln gefüllten Schnitzelgrube. "Ich lasse mich einfach von meinen vor mir fahrenden Kumpels inspirieren und probiere es dann im Schnee aus", erklärt Zimmermann. Das klingt bei ihr so unspektakulär, als würde sie über Inlineskaten oder Einradfahren reden.

Olympia Falsche Kante an der Tankstelle

Slopestyle bei Olympia

Falsche Kante an der Tankstelle

Nach einem blöden Fehler am zweiten Hindernis verpasst Bene Mayr das Slopestyle-Finale in Sotschi. Nun ist die Frage: Wie kann der junge Sport in Deutschland erfolgreicher werden? Maßnahmen aus Großbritannien lehnen die Deutschen ab.   Von Carsten Eberts, Krasnaja Poljana

Vielleicht ist es ihr natürliches Bewegungstalent, das sie abhebt von der Konkurrenz, ihr besonderes Körpergefühl. Bis zu ihrem 14. Lebensjahr war sie Eiskunstläuferin, sie war so gut, dass sie kurz davor stand, in die deutsche Nationalmannschaft berufen zu werden. Doch eines Tages nahm sie ihr Bruder in einen Funpark mit, der sie so begeisterte, dass sie fortan ihre Schlittschuhe in der Ecke verstauben ließ.

Ihre Abneigung gegenüber Wettbewerben hat nichts mit ihrer vorigen Karriere zu tun. Sie habe nicht grundsätzlich etwas dagegen, versichert Lisa Zimmermann. Aber im freien Gelände mit den Freunden sei es halt viel schöner, sie liebt die Abgeschiedenheit, die Ruhe in den Bergen. Dass sie überhaupt noch an Wettbewerben teilnimmt, liegt vor allem an der finanziellen Unterstützung durch die Deutsche Sporthilfe und die Bundeswehr, die ihr ein monatliches Salär überweisen.

"Die legen großen Wert darauf, dass ich da mitmache", sagt Zimmermann und überrascht dann noch mit der Aussage, dass sie die Winterspiele in Sotschi "richtig cool" fand. Deshalb will sie unbedingt zu den nächsten Spielen 2018 nach Pyeongchang. Sie war schon bei vorolympischen Wettkämpfen in Korea. "Die Leute sind so megafreundlich dort." Es sieht ganz danach aus, als ob Lisa Zimmermann einen festen Wohnsitz so schnell nicht brauchen wird.