Frauenhandballs:Ex-Bundestrainer Leukefeld kritisiert Entwicklung

Der ehemalige Bundestrainer Dago Leukefeld sorgt sich um die Zukunft des Frauenhandballs in Deutschland und hat dem nationalen Verband kurz vor Beginn der Weltmeisterschaft ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. "Wir brauchen eine brutale Traineroffensive. So jedenfalls geht der Frauenhandball kaputt. Die Wertschätzung für die Nachwuchstrainer ist eine Katastrophe", sagte Leukefeld in einem Interview der Stuttgarter Zeitung und der Stuttgarter Nachrichten: "Diesen Schuh muss sich auch der Deutsche Handballbund anziehen."

Der 56 Jahre alte Leukefeld, der die DHB-Auswahl in den Jahren 2000 und 2001 betreut hatte, warf den Funktionären vor, die Augen vor den Problemen zu verschließen. "Ich habe den Eindruck, der Verband ist so weit weg von der Realität wie die Neckarsulmer Sport-Union vom Champions-League-Sieg. Der Kontakt zur Basis ist verloren gegangen", befand er. Auch die Bundesligavereine sieht Leukefeld in der Pflicht. "Sie müssten mit ihrem Know-how verpflichtet werden, an der Basis Aufbauarbeit zu leisten. Aber was machen sie? Sie erschwindeln sich teilweise das Jugendzertifikat und demontieren die Kleinen", kritisierte er. Die Verantwortlichen müssten begreifen, so Leukefeld, "nicht noch mal 500 Euro für einen abgehalfterten Spieler in die erste Mannschaft zu stecken, sondern in die Qualität und Ausbildung der eigenen Nachwuchstrainer".

Die 24. Handball-Weltmeisterschaft der Frauen startet am kommenden Samstag in der japanischen Stadt Kumamoto. Die DHB-Auswahl hat sich einen Platz unter den ersten Sieben vorgenommen, um die Chance auf die Olympia-Qualifikation für 2020 zu wahren.

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