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Frauenfußball-WM:Blatter reist erstmals nicht zum Finale

Joseph Blatter

Hat viel zu tun: Joseph Blatter.

(Foto: dpa)

Der Fifa-Boss verzichtet "aus persönlichen Gründen" auf einen Besuch des Finals der Frauenfußball-WM. Usain Bolt sagt seine Starts in Paris und Lausanne ab. Cristiano Ronaldo könnte bei Olympia spielen.

Fifa, Blatter: Fifa-Präsident Joseph S. Blatter wird nach dem Ausbruch des Korruptionsskandals um den Fußball-Weltverband nicht zum Finale der Frauen-WM am Sonntag im kanadischen Vancouver reisen. Das bestätigte sein US-Anwalt Richard Cullen der französischen Nachrichtenagentur AFP am Dienstag. "Herr Blatter hat den Organisatoren mitgeteilt, dass er aus persönlichen Gründen das Finale nicht besuchen wird", begründete Cullen in einer E-Mail den Verzicht des 79-Jährigen auf die Reise nach Übersee. Blatter wird damit erstmals seit seiner Wahl zum Fifa-Chef vor 17 Jahren nicht beim Endspiel einer Frauen-WM vor Ort sein.

Schon beim Finale der U20-WM in Neuseeland Mitte Juni war Blatter nicht dabei gewesen. Durch die Erklärung von Cullen, erst kürzlich von Blatter als Rechtsvertreter engagiert, bewahrheiteten sich bereits seitn Wochen kursierende Spekulationen um Blatters Absage auch für Kanada. Spätestens nach seinem Verzicht auf den Trip nach Neuseeland "aufgrund seiner gegenwärtigen Verpflichtungen in Zürich", wie eine FIFA-Sprecherin erklärt, rechneten Experten nicht mehr mit der Anwesenheit des Eidgenossen in Vancouver.

Olympia, Ronaldo: Der portugiesische Verband FPF hat eine Teilnahme von Weltfußballer Cristiano Ronaldo an den Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro in Aussicht gestellt. Man müsse das allerdings noch mit dem Profi von Real Madrid genauer besprechen, sagte FPF-Direktor Joao Pinto am Dienstag vor Journalisten in Lissabon. Portugal hat sich bei der laufenden U21-Europameisterschaft in der Tschechischen Republik für das olympische Turnier qualifiziert. Die "Seleção" bezwang das ebenfalls für Rio qualifizierte Team von Deutschland im Halbfinale überraschend klar mit 5:0. Das olympische Turnier findet zwar im August nächsten Jahres nur knapp einen Monat nach Ende der Europameisterschaft 2016 in Frankreich statt. Ronaldo hatte aber bereits 2004 sowohl an der EURO als auch an Olympia teilgenommen. Jedes teilnehmende Land kann drei Spieler im olympischen Kader haben, die älter als 23 sind. Somit würde einem Einsatz des 30 Jahre alten CR7 im Prinzip nichts im Wege stehen.

Leichtathletik, Bolt: Jamaikas Sprinter Usain Bolt taucht vor der Leichtathletik-WM in Peking (22. bis 30. August) weiter unter. Der sechsmalige Olympiasieger sagte am Dienstag seine Starts bei den Diamond-League-Meetings in Paris am Samstag und in Lausanne am 9. Juli (Donnerstag) ab und begründete dies mit einer Verletzung im linken Bein. "Ich bin sehr traurig, dass ich in Paris und Lausanne nicht teilnehmen kann. Ich liebe es, bei diesen Meetings zu laufen, aber ich bin derzeit nicht bei 100 Prozent meiner Leistungsfähigkeit", ließ sich Bolt von den Veranstaltern zitieren: "Ich kann es kaum erwarten, wieder voll ins Training einzusteigen." Der 28-Jährige hatte in den vergangenen Wochen ein regelrechtes Versteckspiel betrieben und unter anderem seinen Start bei den jamaikanischen Meisterschaften kurzfristig und ohne Angabe von Gründen abgesagt. In der diesjährigen Weltrangliste belegt der Weltrekordler mit seinen 10,12 Sekunden derzeit nur Rang 54.

Wettbetrug, Italien: Die in einem ausgedehnten Wettskandal ermittelnde Staatsanwaltschaft der norditalienischen Stadt Cremona fordert einen Prozess gegen Italiens Nationalcoach Antonio Conte. Der Vorwurf lautet auf Sportbetrug. Nach Angaben des Corriere dello Sport soll der Staatsanwalt seine Entscheidung in den kommenden Tagen offiziell bekannt geben. Conte, seit einem Jahr Trainer der Azzurri, wird verdächtigt, als Coach des Klubs AC Siena im Jahr 2011 Manipulationen nicht gemeldet zu haben, von denen er erfahren hatte. Der Coach hatte auch in Hinblick auf die mögliche Teilnahme an der EM 2016 mit der Squadra Azzurra auf eine Einstellung der Ermittlungen gehofft. Nun könnte er einen verkürzten Prozess beantragen, um die Vorwürfe gegen ihn noch vor Beginn der EM zu klären, berichtete das Blatt. Verbandspräsidenten Carlo Tavecchio erklärte sich kürzlich bereit, Conte trotz seiner Justizproblemen den Vertrag mindestens bis zur WM 2018 in Russland zu verlängern. Der frühere Trainer von Meister Juventus Turin war bereits 2012 wegen Ergebnis-Absprachen für vier Monate gesperrt worden. Er hatte die Vorwürfe jedoch stets bestritten.

Basketball, FC Bayern: Nationalspieler Robin Benzing verlässt nach vier Jahren Bayern München und geht nach Spanien. Der 26 Jahre alte Forward hat für zwei Jahre beim Erstligisten CAI Saragossa unterschrieben. Benzing war 2011 zum damaligen Aufsteiger nach München gewechselt und im vergangenen Jahr mit dem FC Bayern Meister geworden. Sein Vertrag ist ausgelaufen. "Ich wollte schon immer mal im Ausland spielen, und das ist jetzt der nächste Schritt, die nächste Herausforderung für mich. Ich bin aber sehr stolz und dankbar, so lange Teil dieses großartigen Projekts gewesen zu sein", sagte Benzing. Der 85-malige Nationalspieler ist mit 159 Einsätzen in der Liga Rekordspieler der Bayern. In der abgelaufenen Saison spielte Benzing im Schnitt nur 15 Minuten und kam auf 5,6 Punkte. "Ich bin mir sicher, dass eine neue Herausforderung für Robin auch einen neuen Impuls bringen wird", sagte Geschäftsführer Marko Pesic.

Unterdessen hat sich der deutsche Vizemeister mit Alex Renfroe vom Liga-Rivalen ALBA Berlin verstärkt. Wie die Münchner am Dienstag bestätigten, erhält der Amerikaner einen Zweijahresvertrag. Der 29-Jährige selbst hatte den Wechsel am Sonntag bereits bei Facebook publik gemacht, den Eintrag aber kurz danach gelöscht. "Alex ist ein außergewöhnlich vielseitiger Athlet, der sehr gut zu den jetzigen Spielern auf der Guard-Position passt, die bereits zu unserem Team gehören", sagte Geschäftsführer Marko Pesic. "Ein Spieler mit seinen Qualitäten passt sehr gut in unser Konzept."

© SZ.de/dpa/sid/ebc
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