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Frauenfußball:Per Los

Weil bis zum Meldeschluss nicht mehr genug Zeit für das Viertel-, Halb- und Finale im BFV-Pokal blieb, entschied der Bayerische Verband erstmals im Losverfahren, welcher Klub am DFB-Pokal teilnimmt. Live übertragen und mit dem SV 67 Weinberg als Sieger.

Von Anna Dreher

In knapp neun Minuten ist alles vorbei gewesen. Dann war der Pokalwettbewerb des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV) der Frauen in der Saison 2019/2020 mit einem abschließenden Auftritt am Dienstagvormittag beendet. Nicht mit einem eng umkämpften Spiel, das dann ja auch ungewöhnlich früh abgepfiffen geworden wäre. Sondern erstmals mit einer Auslosung, live auf Facebook übertragen. Anders ging es nicht mehr. Einen Pokalsieger wird der BFV für 2020 nicht küren. "Wir haben natürlich bis zuletzt gehofft, diese Auslosung zu vermeiden", sagte Silke Raml, Vizepräsidentin des BFV. "Wir haben aber auch schon vor Monaten diese Situation in Betracht gezogen, uns mit den Vereinen abgestimmt und dieses Losverfahren in den Regularien verankert."

Denn wie sonst hätte der letzte freie bayerische Platz für den Pokalwettbewerb des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) vergeben werden sollen? Wenn doch die Einschränkungen durch die Coronavirus-Pandemie noch existent und die Erlaubnis der Bayerischen Staatsregierung für den Wettkampfspielbetrieb noch fehlte. Am 14. September endet der Meldeschluss des DFB. Bis dahin hätte im BFV-Pokal der Frauen noch Viertel-, Halb- und Finale austragen werden müssen. Stattdessen also: eine große Glasschüssel mit sechs Kugeln auf einem Tisch im Münchner Haus des Fußballs.

Die Entscheidung, wer im DFB-Pokal starten wird, traf dann die 18-jährige Merle Schulmeyer von der SpVgg Markt Schwabener Au. Ein paar mal brachte sie die Kugeln mit den verdeckten Vereinsnamen durcheinander. So lange konnten sich noch der FFC Wacker München, der TSV Schwaben Augsburg, der 1. FFC Hof, der SV 67 Weinberg, der FC Forstern und der DJK SV Geratskirchen Hoffnung machen. Und dann, ohne das Ergebnis lange hinauszuzögern, hielt sie die Kugel ihrer Wahl geöffnet in die Kamera - mit dem Logo des SV 67 Weinberg. In der ersten Runde des DFB-Pokals wird der mittelfränkische Regionalligist am 26./27. September auf den rheinländischen Pokalsieger SV Holzbach aus der Regionalliga Südwest treffen. 2016/2017 hatte es Weinberg in die dritte Runde des DFB-Pokals geschafft, das bislang beste Abschneiden der Frauen.

Der 1. FC Nürnberg hatte sich bereits qualifiziert. Und dass zumindest ein Frauen-Team aus Bayern die zweite Runde erreichen wird, steht schon fest: der FC Ingolstadt 04 spielt gegen den FC Würzburger Kickers.

© SZ vom 09.09.2020

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