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Frauenfußball-EM:Österreich in Ekstase

Austria v Spain - UEFA Women's Euro 2017: Quarter Final

Unerwarteter Jubel: Die Österreicherinnen stehen im Halbfinale der Frauenfußball-EM.

(Foto: Getty Images)
  • Österreichs Spielerinnen sind erstmals bei einer Frauenfußball-EM dabei. Doch an diesem Donnerstag könnten sie sogar ins Finale einziehen.
  • Das ganze Land fiebert und träumt mit.
  • Marcel Hirscher gratuliert, der Kanzler schaut zu - und das Wiener Stadtderby wird womöglich verlegt.

Österreich fiebert diesem Tag immer besonders entgegen. Am Sonntagnachmittag ist es wieder soweit: Derby in Wien. Rapid gegen Austria. Ein wahres Schmankerl. Doch plötzlich muss sich das österreichische Fußball-Establishments an neue Gegebenheiten anpassen. Denn das Wiener Derby könnte verschoben werden, weil es womöglich an diesem Tag ein wichtigeres Fußballereignis gibt.

Sollten Österreichs Spielerinnen, die völlig überraschend ins Halbfinale der Frauenfußball-EM in den Niederlanden gestürmt sind, auch noch an diesem Donnerstag (18 Uhr, Liveticker auf SZ.de) gegen Dänemark gewinnen, wird das 322. Duell der beiden Traditionsklubs vom Nachmittags- ins Abendprogramm verlegt. Damit sich ganz Österreich ab 17 Uhr auf Frauenfußball konzentrieren kann.

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Österreich und die Nationalmannschaft - das ist bisher selten eine Liebesbeziehung gewesen. Doch das hat sich gewandelt: Spielerinnen, die vor der EM nur wenigen Fans ein Begriff waren, jubeln nun von allen Titelseiten und sorgen für Rekordeinschaltquoten. Das Team um Laura Feiersinger, Sarah Zadrazil oder Nina Burger sorgt für den größten Erfolg seit dem Halbfinale der Männer bei der WM 1954. Der Frauenfußball versetzt eine ganze Sportnation in Ekstase.

Erste EM, erstes Halbfinale

Schon vor der Europameisterschaft 2016 der Männer war eine ähnliche Stimmung zu spüren gewesen, doch sie verpuffte schnell. Nach neun Siegen und einem Unentschieden in der Qualifikation war die Mannschaft um David Alaba als ungeschlagener Gruppensieger nach Frankreich gereist. Endlich sollten auch mal die Österreicher wieder etwas reißen - der Einzug ins Viertelfinale war das Ziel. Ein magerer Punkt aus drei Gruppenspielen war am Ende die Ausbeute. Mehr als 30 000 Fans reisten nach der 1:2-Niederlage gegen Island in Paris enttäuscht nach Hause.

Ein Jahr später treten nun die ÖFB-Frauen ohne Ankündigung auf die Bühne und zeigen, wie man erfolgreich Fußball spielt. Sie sind zum ersten Mal bei einem Großereignis dabei, sie haben ungeschlagen die Gruppe gewonnen - und stehen nun im Halbfinale. Als Torfrau Manuela Zinsberger im Elfmeterschießen im Viertelfinale gegen Spanien den entscheidenden Schuss abwehrte, sahen 1,2 Millionen Zuschauer im ORF zu, ein Marktanteil von 44 Prozent. Den Top-Wert stellte besagte Männer-Auswahl ein Jahr zuvor mit 1,7 Millionen Zuschauern im Spiel gegen Island auf.