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Frauen-WM 2011: Trends:Konjunktur des Kopfballtors

Zugeben, weder Kerstin Garefrekes noch Homare Sawa oder Horst Hrubesch waren in Südafrika dabei, trotzdem ist und bleibt die Kopfballtor-Quote bei der Männer-WM 2010 natürlich beschämend. Nicht einmal jedes fünfte Tor in Südafrika wurde mit dem Scheitel erzielt, da kann der alte Hrubesch (Künstlername: Kopfballungeheuer) - da können aber vor allem die jungen Frauen - nur müde lächeln.

Fussball-WM: Frankreich - Deutschland

Bei dieser WM gibt es zahlreiche Kopfballtore, Kerstin Garefrekes gelangen bereits zwei: eines im Auftaktspiel gegen Kanada und eines gegen Frankreich.

(Foto: dapd)

Bisweilen hat man den Eindruck, als werde hierzulande gerade eine Kopfball-WM ausgetragen. In der deutschen Vorrundengruppe lag der Anteil der Kopfballtore bei 44 Prozent, unter allen Spielerinnen mit dem Namen Garefrekes gar bei 100 Prozent, und in der Japan-Gruppe, wo die 1,63 Meter kleine Sawa durch die Lüfte zu fliegen pflegte, immerhin noch bei 30 Prozent.

Jetzt kann man natürlich fragen, ob das daran liegt, dass sich die Spielerinnen mit dem Kopf so deutlich verbessert haben, oder vielleicht doch eher daran, dass sie mit dem Fuß so konsequent daneben zielen. Wahrscheinlich stimmt beides.

Auffällig ist nur, dass der archaische Defensivkopfball, bei dem sich die Stirn nicht selten einem 80-Meter-Abschlag in den Weg stellen muss, einstweilen eine Domäne von so furchtlosen Gesellen wie Carles Puyol oder Alexander Madlung bleibt.

Die wesentlich kunstvolle offensive Einnick-Bewegung hat längst die Geschlechtergrenzen überwunden. Auffällig ist ferner, dass die Torhüterinnen oft immer noch zu klein sind, um eine wohl getimte, unter die Latte geköpfelte Bogenlampe zu erreichen.