EishockeyMit blauen Flecken in die K.-o.-Runde

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Siegtor kurz vor Schluss: Laura Kluge (Mitte) bejubelt ihren Treffer zum entscheidenden 2:1 gemeinsam mit Nicola Hadraschek-Eisenschmid (li.).
Siegtor kurz vor Schluss: Laura Kluge (Mitte) bejubelt ihren Treffer zum entscheidenden 2:1 gemeinsam mit Nicola Hadraschek-Eisenschmid (li.). Peter Kneffel/dpa
  • Die deutschen Eishockey-Frauen gewinnen 2:1 gegen Italien und erreichen das Olympia-Viertelfinale als Gruppenzweite.
  • Laura Kluge erzielt in der 59. Minute den entscheidenden Siegtreffer in einem sehr physischen und zerfahrenen Spiel.
  • Im Viertelfinale am Freitag trifft Deutschland auf die USA oder Kanada, die seit 1998 alle Olympia-Goldmedaillen gewonnen haben.
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Die DEB-Frauen siegen 2:1 gegen Italien. Beide Teams sind schon zuvor fürs Viertelfinale qualifiziert, dennoch wird das Spiel überhart geführt – immerhin endet es wohl ohne größere Verletzungen.

Von Johannes Schnitzler, Mailand

Das war doch mal eine entspannte Ausgangslage vor dem letzten Gruppenspieltag. Schon vor der Partie gegen Gastgeber Italien stand fest, dass die deutschen Eishockey-Frauen das Viertelfinale bei den Olympischen Spielen in Mailand erreicht haben. Weil zuvor Schweden Japan 4:0 besiegt hatte, war das DEB-Team unabhängig vom Spielausgang nicht mehr von einem der ersten drei Plätze in der Gruppe B zu verdrängen.

Allerdings waren die ebenfalls qualifizierten Italienerinnen vor ihrem Heimpublikum nicht gewillt, in den Dolce far niente-Modus zu schalten. Bisweilen übermotiviert wirkte die von den meisten der 3898 Zuschauer angefeuerte Heimmannschaft in der Rho Ice Hockey Arena, die sie mit „I-ta-li-a!“-Rufen antrieben. Und weil die beiden Schiedsrichterinnen viel durchgehen ließen, entwickelte sich ein oft an der Grenze des Erlaubten geführtes Spiel, das – und das war das Beste daran – wohl ohne größere Verletzungen 2:1 (0:0, 1:1, 1:0) für Deutschland endete. Den späten Siegtreffer erzielte Laura Kluge (59.) im Alleingang. „Wir wollten mit einem guten Gefühl ins Viertelfinale gehen“, sagte Torhüterin Sandra Abstreiter, was trotz Platz zwei nur bedingt gelang.

Nach der verzagten 1:4-Auftaktniederlage gegen Schweden, dem deutlich mutigeren 5:2 gegen Japan und dem Punktverlust beim 2:1 nach Verlängerung gegen Frankreich ließen die deutschen Spielerinnen gegen Italien die Struktur in ihren Aktionen vermissen. „Es war ein sehr physisches Spiel, deswegen war es auch ein bisschen zerfahren“, sagte Abstreiter, die oft noch attackiert wurde, wenn das Spiel bereits unterbrochen war. Die Torhüterin der Montréal Victoire, eine von drei deutschen Profispielerinnen aus der nordamerikanischen PWHL, vermutete dahinter einen Plan. Das italienische Team hatte sich einen Monat lang in Montreal vorbereitet, „wahrscheinlich haben sie mich dabei beobachtet und gesehen, dass ich sonst nicht so leicht zu überwinden bin“.

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Nun warten die USA oder Kanada: „Das sind auch nur Menschen, sie spielen auf demselben Eis“, sagt MacLeod

Nach ausgeglichenem erstem Drittel (11:10 Torschüsse für Deutschland) gingen die Italienerinnen durch Justine Reyes (21.) in Führung, die einen Schuss von Anna Caumo abfälschte, sodass Abstreiter nicht mehr reagieren konnte. Ein beherzter Antritt von Laura Kluge, Profi bei Boston Fleet, führte zum Ausgleich durch Emily Nix (33.), aber sonst gelang den Deutschen wenig. Gerade einmal drei Schüsse gaben sie im zweiten Abschnitt auf das Tor von Gabriella Durante ab.

Das Team von Bundestrainer Jeff MacLeod trifft im Viertelfinale am Freitag wahrscheinlich auf Kanada, derzeit Zweiter der Gruppe A. Seit der Olympia-Premiere der Frauen im Jahr 1998 haben stets entweder die USA oder Kanada die Goldmedaille gewonnen. Lediglich ein einziges Mal, 2006, gelang es den Schwedinnen, die Phalanx dieser beiden aufzubrechen: In Turin verwiesen sie die USA auf Rang drei und gewannen Silber; aber das ist auch schon wieder 20 Jahre her. Deutschland ist also Außenseiter, auch wenn Sandra Abstreiter betont: „Wir haben gegen die USA zuletzt zweimal gezeigt, dass es nicht mehr so eindeutig ist wie früher.“ McLeod machte seinem Team Mut: „Das sind auch nur Menschen, sie spielen auf demselben Eis. Wir müssen daran glauben. Das sind die Olympischen Spiele, alles ist möglich.“

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