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Biathlon-WM:Fourcade siegt, ist aber kaum wiederzuerkennen

Biathlon-WM 2020: Martin Fourcade feiert seine Goldmedaille im Einzel

Zurück auf dem Biathlon-Thron: Martin Fourcade

(Foto: REUTERS)

So habe er ihn noch nie gesehen, behauptet Simon Fourcade, und wenn der das sagt, muss es stimmen. Denn wer soll Martin Fourcade besser kennen als Simon, sein vier Jahre älterer Bruder, der Martins Zorn schon abgekriegt hatte, wenn der als Kind im Brettspiel verlor? Der ihn immer begleitete und später erlebte, wie ihn der ehrgeizige Martin als französischen Top-Biathleten ablöste, und der nun auf der Bühne von Antholz sah, wie sein jüngerer Bruder mit nassen Augen den Blumenstrauß für den WM-Sieger im langen Einzelrennen entgegennahm.

Es war Martin Fourcades zwölfte Goldmedaille bei einer Weltmeisterschaft, und Simon, der längst seine Karriere beendet hat, sagt: "Die ist ihm so viel wert, wie sein erster Olympiasieg." Jedenfalls wurde Fourcade später vor den Medien sehr nachdenklich. Rechts von ihm saß der Zweitplatzierte Johannes Thingnes Bö, seit wenigen Jahren sein großer Sportrivale, links der Bronzegewinner Dominik Landertinger aus Österreich, und beide hörten zu.

Die Siege sind ihm lange nur so zugeflogen

Als junger Läufer, erinnerte sich Fourcade, habe er nie die Absicht gehabt in die Geschichtsbücher einzugehen. Aber dann seien ihm die Siege nur so zugeflogen, "ich habe zehn Jahre lang so viel gewonnen, mehr als ich erwartete hatte, und wenn ich mal nicht gewonnen hatte, dann eben wieder am Tag danach." Daran kann man sich gewöhnen, und gar nicht mehr kann man sich irgendwann vorstellen, dass dies plötzlich vorbei sein könnte. Doch im vergangenen Winter war es so weit: Das Wunder Fourcade war verblasst.

Woran es lag, war zunächst nicht exakt zu orten. War es der Trainerwechsel? Oder vielleicht doch die Sache mit dem Hubschrauber? Auch konnte es an seiner erst zuvor fertiggestellten Biografie gelegen haben. Oder am neuen Engagement als Botschafter für Olympia 2024 in Paris? Vielleicht auch an der Planung seines Sommer-Biathlon-Festivals. Oder doch an der Entwicklung des blauen Holz-Biathlon-Gewehrs für Kinder, Name: Carabine Martin Fourcade?

Wie üblich war er in die nacholympische Saison gegangen, mit einem Sieg im ersten Weltcup, aber dann begann seine Form zu schwanken und ging zum Winterhöhepunkt 2019 k. o. Fourcade landete erst rätselhaft auf hinteren Rängen, wurde zwischendurch krank, verpasste bei der WM in Östersund erstmals alle Medaillenränge und stieg für den Rest des Winters aus sämtlichen Wettkämpfen aus.

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