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Fortuna Düsseldorfs Fabian Giefer:Fast schon ein Klasse-Torwart

FC Bayern München - Fortuna Düsseldorf

Fortuna Düsseldorfs Fabian Giefer: mit vollem Einsatz gegen Bayern

(Foto: dpa)

Heldenhaft hat Fabian Giefer gegen Bayern München gehalten, er trotzte damit manch bitterem Moment in der Rückrunde. Für Aufsteiger Düsseldorf ist Giefer in dieser Saison von besonderem Wert. Doch Manager Wolf Werner bremst die Euphorie um Giefer - wohl vor allem wegen der Begehrlichkeiten anderer Klubs.

Aus dem Stadion von Thomas Hummel

Fabian Giefer ist 22 Jahre alt. Er hat bislang 31 Bundesliga-Spiele absolviert. Doch die Sprache der geschäftstüchtigen Fußball-Profis hat er schon allemal drauf. Ob er was zu den Berichten sagen könne, er wechsle nächste Saison zum FC Schalke 04? "Da habe ich mich noch nie dazu geäußert. Sollen die Leute gerne weiterreden, ich konzentriere mich auf mich. Leute ergötzen sich daran, die Sache breitzutreten. Es handelt sich nur um Gerüchte, ich beteilige mich nicht dran, weil ich nicht viel davon weiß." Was man halt so sagt, wenn man es sich weder mit dem eigenen noch mit dem eventuell neuen, finanzstärkeren Klub verscherzen will.

Wer noch nicht wusste, warum Fabian Giefer überhaupt in die missliche Lage kommt, sich zu solch unerhörten Spekulationen äußern zu müssen, der sah es am Samstagnachmittag in München. Der Torwart von Fortuna Düsseldorf hielt im Spiel beim FC Bayern derart famos, dass seine Mannschaft fast einen Punkt beim klaren Tabellenführer gewonnen hätte. Er hielt gegen Mario Mandzukic, mehrfach gegen Daniel van Buyten, er hielt gegen Franck Ribéry und eine abgefälschte Volleyabnahme von Phillip Lahm lenkte er spektakulär über die Latte. Fabian Giefer wäre der Held des Spieltags gewesen - wenn nicht Jérôme Boateng am Ende doch noch das 3:2 für die Münchner geköpft hätte. So hatte er nur heldenhaft gehalten.

"Wenn du den ersten Ball fängst, kommst du gut ins Spiel. Das ist wichtig. Heute ist mir das gut gelungen", sagte Giefer nach dem Spiel. Seine Paraden und seine ruhige Ausstrahlung gaben den Düsseldorfer Feldspielern die Sicherheit, sich gegen die übermächtigen Münchner mutig in den Kampf zu werfen und immer wieder frech nach vorne zu spielen. Giefer hielt dabei wieder so, wie er das in der Vorrunde regelmäßig zeigte. Da war er der Rückhalt, den ein Aufsteiger braucht, um in der Liga zu bleiben.

Doch dann folgte der Rückrundenauftakt gegen Augsburg, als er zwei groteske Gegentore mit Fehlern verursachte. Auch vor einer Woche in Mainz sah er schlecht aus beim Gegentor. Das erinnerte fast an den unglückseligen Auftritt eine Saison zuvor. Da hatte ihn der damalige Leverkusener Trainer in Mainz in die Startelf gehievt, doch dann servierte er dem Gegner einen Treffer und später erlitt Giefer eine schwere Gehirnerschütterung. Bayer verpflichtete daraufhin Bernd Leno und Giefers Chance war dahin. Sein Wechsel zu Fortuna Düsseldorf im vergangenen Sommer hat ihm wohl die Karriere gerettet. Wenngleich Manager Wolf Werner ordentlich bremst.

"Ich glaube, dass er das schafft"

"Fabian muss lernen, Kontinuität in seine Leistungen zu bringen. Wenn er das schafft, wird er ein richtig guter Bundesliga-Torwart", sagte der 70-Jährige und nannte Giefer "ein Talent". Werner brummte weiter: "Wenn du dich in der Bundesliga behaupten willst, dann musst du eine Saison lang kontinuierlich gute Leistungen bringen. Dann bin ich gerne bereit zu sagen: Jetzt ist er kein Talent mehr, sondern ein absoluter Klasse-Torwart."

Wäre Giefer jetzt schon ein Klasse-Torwart, das weiß auch Wolf Werner, wären einige Klubs sicher bereit, ihn mit einer ordentlichen Gehaltserhöhung von der Fortuna wegzulocken. Deshalb ist die Strategie des Managers logisch. Doch irgendwann, das ahnt der erfahrene Manager, wird der Torwart wohl nicht mehr zu halten sein, weshalb er schloss: "Ich glaube, dass er das schafft."

Dann werden Werner und sein Klub wieder auf die Suche gehen nach neuen, billigeren Kräften. So wie vor dieser Saison, als mit Maximilian Beister, Assani Lukimya, Thomas Bröker und Sascha Rösler vier ganz wichtige Stützen aus der Aufstiegssaison den Klub verließen. Dafür holte die Fortuna eine ganze Menge neuer Profis, die Anzahl ist umstritten. Werner erzählte, er habe sich mal über die Zahl 20 beschwert, daraufhin hätten einige Medien daraus 25 gemacht. Alles Humbug in seinen Augen. Unbestritten ist, dass er in Mathis Bolly aus Norwegen im Winter wieder einen veranlagten Fußballer gefunden hat, diesmal in Norwegen bei Lilleström SK. Der Stürmer schoss bei seinem ersten Auftritt von Beginn an gleich ein Tor zum 1:0. "Seit November hatte er kein Spiel mehr gemacht und sich in der Vorbereitung leider verletzt. Ich denke, er wird uns noch sehr viel helfen", glaubt Werner.

Vielleicht wieder einer, der sich irgendwann zu Gerüchten um einen Klubwechsel äußern soll. Bei Fabian Giefer kann er bis dahin lernen, wie man das am besten macht im deutschen Fußballbusiness.

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© SZ.de/ska
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