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Fortuna-Chef Röttgermann:Fall Tönnies: "Wäre zurückgetreten"

Fortuna Düsseldorfs Klubchef Thomas Röttgermann hat nach verschiedenen als rassistisch oder diskriminierend bewerteten Vorfällen eine konsequente Aufarbeitung angemahnt. "Wir haben es im Fußball mit einer enormen Heterogenität zu tun. Wir reden in diesen Fällen von einem Aufsichtsratsvorsitzenden, einem Spieler und einem Clubradio. Man kann diese Fälle im Einzelnen nicht miteinander vergleichen", sagte Röttgermann der DPA: "Was sie aber verbindet: Es fehlt mir an Aufarbeitungs-Konsequenz. Ich glaube, dass zu viel zugelassen wird und zu wenig konsequent gesagt wird: Stopp, hier ist eine Linie, die überschritten wurde."

Im BVB-TV und NetRadio von Borussia Dortmund hatten sich Norbert Dickel und Patrick Owomoyela verbale Entgleisungen geleistet. Drittligist Chemnitzer FC hatte Kapitän Daniel Frahn die Nähe zur rechtsradikalen Szene vorgeworfen und sich vom Stürmer getrennt. Und der Schalker Aufsichtsrat Clemens Tönnies hatte beim "Tag des Handwerks" gesagt, man solle im Kampf gegen den Klimawandel lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren, als die Steuern zu erhöhen. "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn es dunkel ist, Kinder zu produzieren." Tönnies lässt sein Amt nach einer Entscheidung des Schalker Ehrenrates drei Monate ruhen.

Röttgermann, 58, sagt, er hätte Konsequenzen gezogen: "Ich bin nicht Clemens Tönnies. Für mich kann ich aber sagen: Ich wäre zurückgetreten." Weiter führt er aus: "Es sind die handelnden Personen auf allen Ebenen, die mit dieser komplexen und komplizierten Heterogenität konfrontiert werden. In vielen Fällen geht man der Konfrontation aus dem Weg."