Formel 1 Hamilton überragt in Japan, Ferrari verzockt sich

Mercedes-Fahrer Lewis Hamilton rast in Japan auf die Pole Position.

(Foto: AFP)
  • Beim Qualifying für den Großen Preis von Japan in der Formel 1 hat WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton die Pole Position erobert.
  • Sebastian Vettel, der viermalige Weltmeister aus Deutschland, landet dank einer fehlgeschlagenen Reifenstrategie nur auf Platz neun.

Ferrari dilettantisch, Mercedes überragend: Sebastian Vettel hat nach einer abenteuerlichen Reifenstrategie seines Teams im Qualifying zum Großen Preis von Japan wohl frühzeitig alle Chancen auf den dringend benötigten Sieg in Suzuka verspielt. Während WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton zur Pole Position vor seinem Mercedes-Teamkollegen Valtteri Bottas raste, verpokerte sich Ferrari völlig bei der Reifenwahl im Q3. Vettel wurde so nur Neunter - der rote Teppich für Hamilton zum Gewinn seiner fünften Weltmeisterschaft ist ausgerollt.

"Im Nachhinein und von außen ist es immer einfach zu sagen, dass das falsch war. Wir sind davon ausgegangen, dass die Strecke nass ist", sagte Vettel am RTL-Mikrofon: "Hätte der Regen etwas früher eingesetzt, dann stünden wir da wie die Helden. Jetzt nicht so sehr. Mit Frust hat das nichts zu tun. Aber wenn's läuft, dann läuft's."

Vettel verschenkt wertvolle Minuten

Der Heppenheimer, der vor dem fünftletzten Saisonrennen am Sonntag satte 50 WM-Punkte hinter dem Briten Hamilton liegt, wurde zum Opfer einer katastrophalen Entscheidung des Ferrari-Kommandostandes: Der schickte Vettel und auch den letztlich viertplatzierten Kimi Räikkönen mit Intermediate-Reifen auf eine so gut wie trockene Strecke. "Es ist ziemlich trocken. Ich komme direkt wieder rein", funkte Vettel schon nach wenigen Kurven.

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Während die Konkurrenz parallel mit Trockenreifen Top-Zeiten fuhr, verschenkten die Scuderia-Piloten wertvolle Minuten. Als die roten Renner dann endlich Trockenpneus aufgezogen hatten, begann es tatsächlich zu regnen. Vettel schwamm nur so über seine erklärte Lieblingsstrecke, während Hamilton im Gefühl der sicheren Pole frühzeitig sein Tagwerk beenden konnte. "Wir haben die richtige Entscheidung als Team getroffen, wie man am Ergebnis sieht. Aber ich wusste vorher auch nicht, ob es trocken genug war. Toll, dass es so gut geklappt hat", freute sich Hamilton über die 80. Pole Position seiner Formel-1-Karriere und die achte der Saison.

Eigentlich noch Glück mit dem Wetter

Auch für den zweiten Deutschen lief es am Samstag schlecht. Nico Hülkenberg musste sich mit dem unbefriedigenden 16. Startplatz begnügen, nachdem er im Abschlusstraining mit seinem Renault böse abgeflogen war. Für Positivschlagzeilen sorgten andere: Beim Honda-Heimspiel schafften es die beiden Toro Rosso in die Top Ten.

Mit einer neuen Ausbaustufe des japanischen Motors, der auf einen Schlag 40 PS mehr Leistung haben soll, holte sich der Neuseeländer Brendon Hartley den sechsten Platz, der Franzose Pierre Gasly startet direkt dahinter von Rang sieben. Mit dem Wetter in Suzuka hatte die Formel 1 unter dem Strich Glück im Unglück: Taifun "Kong Rey", der zunächst auf den Südinseln Japans gewütet hatte, drehte Richtung koreanische Halbinsel ab. Die Strecke war zu jeder Zeit gut befahrbar. Für das Rennen am Sonntag werden stabile Bedingungen bei Sonnenschein und Temperaturen um 30 Grad erwartet.

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