Norris-Sieg in der Formel 1Hartes, aber faires Stallduell

Lesezeit: 3 Min.

„Das erste Mal in meinen fast 70 Jahren im Motorsport, dass ich auf einem Podium gestanden habe“: Der ehemalige Formel-1-Boss Bernie Ecclestone gratuliert Lando Norris zum Sieg.
„Das erste Mal in meinen fast 70 Jahren im Motorsport, dass ich auf einem Podium gestanden habe“: Der ehemalige Formel-1-Boss Bernie Ecclestone gratuliert Lando Norris zum Sieg. Christian Kolbert/kolbert-press/Imago
  • Lando Norris gewinnt den Grand Prix von Österreich vor seinem McLaren-Teamkollegen Oscar Piastri in einem harten, aber fairen Stallduell.
  • Titelverteidiger Max Verstappen scheidet bereits in der ersten Runde nach einer Kollision aus und liegt nun 66 Punkte hinter dem WM-Führenden Piastri.
  • Das Sauber-Team mit Gabriele Bortoleto und Nico Hülkenberg zeigt mit den Plätzen acht und neun einen Aufwärtstrend nach technischen Verbesserungen.
Von der Redaktion überprüft

Dieser Text wurde mit der Unterstützung einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt. Lesen Sie mehr über unseren Umgang mit KI.

Fanden Sie diese Zusammenfassung hilfreich?
Mehr Feedback geben

Lando Norris gewinnt das Formel-1-Rennen von Österreich, knapp vor seinem McLaren-Teamkollegen Oscar Piastri. Für Titelverteidiger Max Verstappen läuft es weniger gut: Der Weltmeister wird in der ersten Runde abgeräumt.

Von Elmar Brümmer, Spielberg

Bernie Ecclestone auf einem Podium in der Formel 1, noch dazu als derjenige, der dem Sieger Lando Norris die Goldmedaille für den Sieg beim Großen Preis von Österreich umhängt – das ist ein überraschender Schlusspunkt nach einem elften WM-Lauf voller Ausrufezeichen. Der ehemalige Zampano vertrat den verhinderten Weltverbandspräsidenten Mohammed bin Sulayem und gab hinterher zu, dass er vor dem offiziellen Akt mindestens so nervös gewesen sei wie Triumphator Norris über die 70 Runden, in denen ihm stets sein McLaren-Teamkollege Oscar Piastri im Nacken gesessen hatte. „Tatsächlich war es in meinen fast 70 Jahren im Motorsport das erste Mal, dass ich auf einem Podium gestanden habe“, sagte Ecclestone.

In einer Woche in Silverstone feiert die Formel 1 Saisonhalbzeit, umso wichtiger war es vor seinem Heimspiel für Norris, seine Nerven in den Griff zu bekommen. Schon samstags hatte er mit einer Fabelrunde auf dem Red-Bull-Ring alle Konkurrenten düpiert, während seine Gegenspieler Piastri und Max Verstappen Pech hatten. WM-Spitzenreiter Piastri konnte er nicht loswerden, der tauschte gleich nach dem Start mit Ferrari-Pilot Charles Leclerc die Plätze und machte sich an eine spektakuläre Aufholjagd, nachdem der erste Start wegen des liegen gebliebenen Williams von Carlos Sainz junior abgebrochen werden musste.

Verstappen liegt in der WM-Wertung schon 66 Punkte hinter Piastri

Schon kurz danach, als Norris und Piastri im Duett entwischten, war das Rennen für Titelverteidiger Verstappen zu Ende, der nur als Siebter gestartet war. Im Mittelfeld ist das eine gefährliche Position, man muss immer damit rechnen, im Gedränge abgeräumt zu werden. Genau das tat der Italiener Kimi Antonelli, der nach einem Verbremser mit blockierendem Heck den Weltmeister torpedierte. Beide flogen aus dem Rennen, die prompte Entschuldigung des Mercedes-Rookies nützt Verstappen wenig. Er liegt jetzt schon 66 Punkte hinter dem Gesamtführenden Piastri, und 46 Zähler hinter dem WM-Zweiten Norris.

Schnelles Ende einer kurzen Ausfahrt: Andrea Kimi Antonelli erwartet schuldbewusst Max Verstappen - der Italiener hatte den Titelverteidiger in der ersten Runde abgeräumt.
Schnelles Ende einer kurzen Ausfahrt: Andrea Kimi Antonelli erwartet schuldbewusst Max Verstappen - der Italiener hatte den Titelverteidiger in der ersten Runde abgeräumt. Sven Severing/Jan Huebner/ Imago

Wenn das Auto nicht schnell genug ist, kommt auch noch Pech hinzu, was Red-Bull-Berater Helmut Marko vor dem Sky-Mikrofon von einem „schwarzen Tag“ sprechen ließ. Der Österreicher ahnt: „Wenn nichts Außergewöhnliches passiert, ist der Rückstand fast nicht mehr aufzuholen.“ Es hakt derzeit überall im Getränkerennstall, ob bei den Fahrern, bei der Technik oder der Strategie. Verstappen, der über eine Ausstiegsklausel verfügt, sprach schon nach der Qualifikation davon, dass alles auseinandergefallen sei – meinte damit aber zunächst nur die Tagesform. Sogar Ferrari zeigt nach einem technischen Upgrade wieder aufsteigende Form, wovon der dritte und der vierte Platz von Charles Leclerc und Lewis Hamilton zeugte, obwohl beide in der Steiermark im Niemandsland fuhren.

Dafür, dass es dennoch ein höchst unterhaltsamer Rennnachmittag wurde, sorgten die papayafarbenen Autos. Frei von jeglicher Stallorder setzte Piastri seinen härtesten Rivalen Norris unter Dauerdruck. Zuvor in Kanada waren die beiden zum Schluss kollidiert, diesmal guckte Teamchef Andrea Stella über weite Strecken gelassen zu.

Termine der Saison im Überblick
:Formel-1-Rennkalender 2025: Alle Rennen und Ergebnisse

Auftakt in Australien, Finale in Abu Dhabi: 24 Grand Prix warten in der Formel-1-Saison 2025 auf die Fans. Der Rennkalender mit allen Terminen, Rennen und Ergebnissen im Überblick.

Von Marko Zotschew

In der elften Runde schob sich Piastri aus dem Windschatten am Führenden vorbei, doch der konnte kontern. Die beiden schenkten sich keinen Meter, der aggressiver wirkende und schneller fahrende Australier bremste sich in der 20. Runde so hart in eine Kurve, dass er fast im Heck des Vordermanns landete.

So etwas, funkte Stella, wolle er nicht noch mal sehen. Aber Piastri hatte sich bei der überharten Gangart auch seine Reifen ruiniert; der erste Gummiwechsel schien die Entscheidung zugunsten von Norris zu bringen, plötzlich trennten das Duo gut sechs Sekunden. Wer dachte, dass der elfte WM-Lauf schon gelaufen war, verkannte die Beharrlichkeit und Coolness von Piastri. Nur noch zehn Runden waren zu fahren, als er plötzlich wieder dran war am Stallrivalen, wobei auch die Überrundungen eine Rolle spielten. Norris verlor fast die Nerven, mit heulendem Unterton rief er nach seinem Renningenieur Will Joseph: „Ich brauche mehr Tempo. Bitte helft mir!“ Aber der konnte nichts tun, die fehlende Balance am Auto hing mit einem lädierten Frontflügel zusammen. Piastri hatte ein anderes Problem, wurde fast vom überforderten Argentinier Franco Colapinto von der Piste gefegt. So ging der große Zweikampf anständig und ohne Schaden zu Ende. Lando Norris, der angekündigt hatte, dass sein altes Ich zurück sei, gab nach seinem dritten Saisonsieg zu: „Das hat Spaß gemacht, aber ich hatte ziemlichen Stress. Einfach war das nicht. Aber es war ein guter Kampf.“ Und es war erst der Auftakt für das, was noch kommen wird.

Hartes und faires Rennfahren, wie es die beiden Führenden vorexerziert haben, zeigten ähnlich vorbildlich auch zwei andere Teamkollegen: Die Sauber-Piloten Gabriele Bortoleto und Nico Hülkenberg landeten auf den Plätzen acht und neun. Das künftige Audi-Werksteam ist damit zum dritten Mal hintereinander in den Punkten, es ist der lange erwartete Aufschwung nach den technischen Upgrades. Für den Brasilianer sind es die ersten WM-Punkte seiner Karriere; der vom letzten Startplatz losgefahrene Emmericher stellt einen generellen Aufwärtstrend in dem in der Schweiz angesiedelten Team fest: „Die Ritzel greifen jetzt ineinander.“

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Möglicher Red-Bull-Job für Vettel
:Das heißeste Gerücht der Formel 1

Kehrt Sebastian Vettel in die Formel 1 zurück?  Der viermalige Weltmeister wird als möglicher neuer Rennstallberater für Red Bull gehandelt – und könnte so seine zweite Karriere starten.

Von Elmar Brümmer

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: