Formel 1:"Wie Zombies"

Das Formel-1-Rennen in Melbourne wird wegen der Corona-Pandemie abgesagt - die Bosse wollen dennoch am Rekordwert von 23 WM-Läufen festhalten.

Geplant war der Große Preis von Australien als schillernder Saisonauftakt in der Formel 1 im März, die Pandemie hatte etwas dagegen. Dann quetschten die Macher den Grand Prix in den ohnehin vollen Herbst, doch auch dieser Termin ist nicht zu halten, Melbourne wird in diesem Jahr kein Rennen der Königsklasse sehen. Die noch immer strikten Einreisebeschränkungen werden für den Rennzirkus nicht aufgeweicht, Australien bleibt hart. Das heißt allerdings nicht, dass der angepeilte Rekordwert von 23 WM-Läufen hinfällig ist. Unbeirrbar hält die Serie an dem Plan fest, ausgerechnet in Corona-Zeiten so viele Rennen wie noch nie zu veranstalten. Ersatzkandidaten für Melbourne gibt es einige. Längst wird ein zweites Rennen im texanischen Austin gehandelt, das neben dem Lauf in Mexiko stattfinden könnte. Auch ein weiteres Gastspiel in Bahrain ist denkbar. Zugleich sind einige Rennen im Herbst mindestens fraglich. Istanbul (3. Oktober) und Suzuka (10. Oktober) gehören dazu, vor allem aber Mexiko-Stadt (31. Oktober) und Sao Paulo (7. November). Die Bosse der Formel 1 werden um jedes einzelne kämpfen, denn jedes einzelne spült Millionen in die Kassen. Bei den Teams, die 23 Wochen im Jahr um die Welt reisen sollen, wird das Ganze etwas anders wahrgenommen. Gerade hat die Formel 1 drei Rennen in 15 Tagen absolviert, den ersten sogenannten Triple Header der Saison. Nach jetzigem Stand kommen in der vollgepackten zweiten Jahreshälfte drei weitere dazu, je nach Ersatzort für Australien könnten es auch vier werden. Mike Caulfield, einer der Strategen des Haas-Teams, twitterte am Dienstag schon mal einen Hilferuf. "Wir haben gerade erst einen Triple Header hinter uns", schrieb er, "und die Mehrheit des Fahrerlagers lief schon herum wie Zombies. Das ist nicht nachhaltig."

In Australien ist unterdessen auch der Grand Prix der Motorrad-WM (22. bis 24. Oktober) abgesagt worden - ebenfalls aufgrund der strengen Einreisebestimmungen inklusive verpflichtender Quarantäne.

© SZ/sewi
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