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Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton:Von Rosberg ans Limit getrieben

F1 Grand Prix of Abu Dhabi

Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton lässt sich begießen.

(Foto: Getty Images)

Lewis Hamilton galt als aussichtsreichster Kandidat - nun ist er Formel-1-Weltmeister. Doch auch die Saisonleistung seines Widersachers Nico Rosberg verdient Respekt. Ihr Duell wird in die Formel-Geschichte eingehen.

Lewis Hamilton ist Formel-1-Weltmeister 2014. Beim Saisonfinale in Abu Dhabi hat sich der Favorit durchgesetzt. Der Brite war nicht nur mit 17 Punkten Vorsprung in den finalen WM-Lauf gestartet. Bereits zu Saisonbeginn hatte er als der aussichtsreichste Titelkandidat gegolten. Mit 29 befindet er sich im besten Rennfahrer-Alter.

Er war schon einmal Weltmeister, 2008 mit McLaren. Danach hat er sportliche und menschliche Enttäuschungen erlebt, zum Start dieses Jahres aber präsentierte er sich konzentriert und entschlossen. Dass der Brite schnell ist, war immer unbestritten. Dass auch sein Formel-1-Mercedes schnell sein würde, zeichnete sich früh ab. Überraschend kommt Hamiltons Krönung deshalb nicht. Das Bemerkenswerteste an ihr ist, dass Nico Rosberg sie so lange hinausgezögert hat.

Der Zweikampf wird in die Formel-Geschichte eingehen

Der Deutsche lieferte seinem Teamkollegen einen denkwürdigen Kampf. Lange führte Rosberg die WM-Wertung an. Vor den letzten Runden setzte er seinen Duell-Gegner noch einmal ordentlich unter Druck. Auch wenn der Showdown nach Rosbergs schlechtem Start in Abu Dhabi am Sonntag schnell entschieden war: Rosbergs Saisonleistung verdient Respekt. Sie war so nicht unbedingt zu erwarten gewesen.

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Auch Rosberg galt als talentiert, das schon. Aber ob er wirklich die Härte und die Konstanz mitbringen würde, um Hamilton die Stirn zu bieten, zweifelten viele an. Sie wurden in vielen Rennen in diesem Jahr eines Besseren belehrt. Der Zweikampf wogte immer wieder hin und her und gelegentlich wogte er auch in den Grenzbereich der Fairness hinein.

Immer, wenn er entschieden zu sein schien, folgte noch ein Konter. Er wird als Klassiker in die Formel-Geschichte eingehen, was Hamiltons zweitem WM-Titel noch ein wenig Extraglanz verleiht, den die ganze Serie aber auch bitter nötig hat.

Der Streit um den Klang der neuen Sechszylinder-Turbo-Hybrid-Motoren, die Aufregung über Bernie Ecclestones 100-Millionen-Dollar-Deal im Bestechungs-Prozess vor dem Gericht in München, Sebastian Vettels Absturz, das umstrittene neue Rennen in Sotschi, der schlimme Unfall von Jules Bianchi, die Insolvenz der Teams Caterham und Marussia: Die Formel 1 hat in diesem Jahr viele Schlagzeilen geliefert, die alles andere als Glanz verbreiteten.