Es war all das, was er nicht nur durch den Griff ans Lenkrad oder den Tritt aufs Gaspedal ausdrücken konnte. Am Ende einer Formel-1-Saison, die wie eine Achterbahnfahrt verlaufen war, versuchte Lando Norris den Großen Preis von Abu Dhabi in Worte zu fassen. Ein wenig einsam kam er sich auf dem Podium vor den Journalisten der Weltmeistersprechstunde vor, aber dann füllte er den Raum mit so vielen Gedanken, wie sie selbst seine offenherzigen Vorgänger Lewis Hamilton und Max Verstappen nicht geteilt hatten. In gut 10 000 Wörtern versuchte der Brite zu erklären, wie er es innerhalb von anderthalb Jahren vom ersten Sieg bis zum ersten Titelgewinn geschafft hatte. Selbst nach dem ganz großen Ausrufezeichen auf Yas Marina Island benötigte er dazu eine ganze Menge Fragezeichen. Es war die Interpunktion eines ganz anderen Champions, als die Grand-Prix-Welt sie bisher gekannt hatte.
Lando Norris in der Formel 1Der Zehntausend-Wörter-Weltmeister
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Nach seinem ersten Formel-1-Titel gewährt Lando Norris einen tiefen Einblick in sein Seelenleben – und zeigt, weshalb er sich von vielen anderen Champions in einer Egoisten-Sportart unterscheidet.
Von Elmar Brümmer, Abu Dhabi

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