Jackie Stewart

Ein cooler Typ, würde man heute sagen, neben dem tragisch ums Leben gekommenen Österreicher Jochen Rindt ist der Schotte der erste Popstar der Formel 1, und damit ein früher Vorgänger der Modeikone Lewis Hamilton. Es sind die wildesten und auch gefährlichsten Jahre der Königsklasse, in denen Stewart zum Maßstab und zum Klassensprecher für die Sicherheit wird. Der inzwischen 80-Jährige, der nicht lesen und schreiben kann, ist der geschäftstüchtigste unter den Piloten der siebziger Jahre. Er hat private Sponsorenverträge, die noch heute laufen und sieht sich in einer Botschafterrolle für seinen Sport (und immer auch ein bisschen für sich selbst). Ein purer Instinktmensch, auch auf der Rennstrecke. Allerdings einer, der wie sein ums Leben gekommener Landsmann Jim Clark stets einen sehr sauberen Fahrstil an den Tag legt. Dazu eine ziemliche Konsequenz: Nach nur 99 Rennen hört er auf, das 100. fährt er aus Respekt für seinen verunglückten Kollegen Francois Cevert nicht mehr, da steht er aber schon als Weltmeister fest. Nicht mal seine Gattin Helen weiß von den Absichten ihres Mannes.

Bild: Kay Nietfeld/dpa 4. November 2019, 12:562019-11-04 12:56:29 © SZ.de/dsz/sonn