Formel 1000

Europäische Traditionalisten konnten sich nicht damit abfinden, dass ausgerechnet das 1000. Rennen an einem so gesichtslosen Austragungsort wie dem Autodrom im Sumpfland vor Shanghai ausgetragen wurde. Allerdings ist die chinesische Metropole ähnlich hin- und hergerissen zwischen Tradition und Moderne wie die Formel 1, das Leben dort ist rasend schnell und maßlos. Sind das nicht perfekte Attribute, die Gastgeber und Gäste zusammenbringen? Nur ein paar historische Rennwagen haben es ins Rahmenprogramm geschafft, eine größere Parade verhinderten die strengen Zollvorschriften der Volksrepublik. Die lebenden Ikonen des Sports machten sich erst gar nicht die Mühe, die 9000 Kilometer nach Shanghai zu überwinden, immerhin wurde Sieger Hamilton vom vierfachen Weltmeister Alain Prost abgewunken, aber der ist ja als Renault-Mann sowieso immer vor Ort. Die Historiker hoffen auf eine andere Festveranstaltung - im kommenden Jahr in Silverstone, wenn die Formel 1 ihren 70. Geburtstag groß begehen will. Immerhin: Chase Carey, der Bernie Ecclestone der Neuzeit, bekam eine Gedenkmünze überreicht - 1000 Gramm schwer, für jedes Rennen bisher eins.

Bild: dpa 15. April 2019, 08:592019-04-15 08:59:33 © SZ.de/tbr