Formel 1 in Bahrain Es wurde spannend - und wie

Schlecht, sehr schlecht sogar kam er vom Fleck, Vettel dafür sehr gut. Er zog vorbei an Leclerc, fuhr in der ersten Kurve gleich Kampflinie. Leclerc probierte, außen zu überholen, aber da war kein Platz. Bottas, der von Position vier losgerollt war, nutzte den Kampf der roten Autos und die Tatsache, dass Vettel Leclerc weit nach außen gedrängt hatte - und fuhr ebenfalls an ihm vorbei. Bottas' Freude hielt nicht lange, eine Runde später überraschte ihn Leclerc mit einem Überholmanöver, auch Hamilton fuhr vorbei an seinem Teamkollegen. Und dann wurde es spannend.

Nach fünf Runden hatten sich die Ferraris einen Vorsprung von drei Sekunden auf die Mercedes herausgefahren. Leclerc hatte seinerseits den Rückstand auf Vettel wieder aufgeholt. "Ich bin schneller Jungs", funkte er frech an den gemeinsamen Kommandostand. Das bewiesen auch seine Zeiten. Und das bewies auch sein Überholmanöver in der sechsten Runde. Sehr lässig rollte er am Ende der Start- und Zielgeraden vorbei, Leclerc lag wieder in Führung. Vettel probierte den Konter, aber Vettel war zu langsam. Und Binotto? Er ließ nun seine Ferraris aufeinander losgehen wie beim Hahnenkampf. Nicht lang. Weil Leclerc sich absetzte, weil er Vettel abhängte. Nach zwölf Runden hatte er mehr als drei Sekunden Vorsprung. Und Hamilton brauste heran, hing an Vettels Heck.

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Max Verstappen im Red Bull, der auf Position fünf lag, eröffnete als erster Fahrer aus der Spitzengruppe den Reifentauschreigen. Bottas kam als nächster. Nach 14 Runden folgten Leclerc und Hamilton. Und Vettel? Er blieb noch auf der Strecke. Eine Entscheidung der Scuderia, die weitreichende Folgen hatte: Hamilton fuhr in der kurzen Zeit auf frischeren Reifen so viel schneller, dass er Vettels Vorsprung aufgeholt hatte bis zu dem Moment, als dieser abbog an seine Versorgungsstation. Als Vettel nach 15 Runden aus der Box zurück auf die Strecke rollte, da war er nur noch Dritter. Der sogenannte Undercut, also das frühzeitige Wechseln von Reifen, ist auf der Strecke in Bahrain ein mächtiges Instrument. Ein kleines bisschen durfte man also behaupten, dass die Scuderia Vettel geopfert hatte, um die Führung Leclercs zu schützen. Und das möglicherweise auch noch grundlos, da Leclercs Vorsprung auf Hamilton überaus komfortabel war.

Leclerc gab Gas. Nach 22 Runden betrug sein Vorsprung auf Hamilton mehr als acht Sekunden. Der Brite leistete sich einen untypischen Fehler, er rutschte in der Zielkurve durch den Sand. Vettel holte auf, obwohl er genau wie Leclerc auf den härteren Medium-Reifen rollte, Hamilton auf der weichen Variante. Nach 23 Runden fuhr Vettel vorbei am fünfmaligen Weltmeister, die zwei Ferraris lagen wieder in Führung - aber Leclerc acht Sekunden vor Vettel.

Schlechte Laune bekam Hamilton: "Ich bin eine lahme Ente", funkte er. So sah das tatsächlich aus. Was für die lahme Ente ihre plattgelatschten Flossen sind, sind für einen Rennfahrer die rutschenden Reifen, die schneller abbauen als ihm lieb sein können. Aber dann drehte sich Vettel. Und Leclerc verlor die Kraft seines Ferraris.

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