Sieben Kurven der Formel 1Vettel sieht eine Lücke, wo keine ist

Unfallopfer Max Verstappen erlebt Bullenreiten auf hessischen Art, der Ferrari-Pilot ruiniert sich das eigene Rennen. Die Höhepunkte des Formel-1-Wochenendes.

Lewis Hamilton

Dreimal saß der Titelverteidiger in Silverstone auf dem Podium, dreimal musste er sich vor allem dazu äußern, dass er über die Formel-1-Gemeinde hinaus angeblich wenig Rückhalt in der britischen Bevölkerung habe. Beim ersten Mal konterte er die rassistische Konnotation noch mit dem Vorschlag, er könne sich ja einen Bart und Augenbrauen wie Volksheld Nigel Mansell ankleben. Beim zweiten Mal, als er sich kurz nach dem Qualifying für seine steuerliche Residenz in Monte Carlo rechtfertigen sollte, sprang ihm Kollege Valtteri Bottas bei: "Wir alle wohnen in Monaco!" Hamilton sah sich genötigt, einmal mehr zu sagen: "Mein Herz schlägt hier, ich bin ultimativ britisch. Aber jeder hat ein Recht auf seine eigene Meinung."

Beim dritten Mal, als er dann schon Rekordsieger des Großen Preises von Großbritannien war, den Union Jack aus dem Cockpit flattern ließ und die Flagge als Umhang auf dem Podest trug, blieb er immer noch geduldig, sprach vom "größten Moment im Leben eines Athleten, zuhause zu gewinnen" und hielt mit Tränen in den Augen eine weitere flammende Rede auf das positive Denken: "Ich weiß, dass heute meine Lehrer zusehen, und bis an meine letzten Tage will ich ihnen beweisen, dass sie falsch lagen. Ich werde immer an meine eigenen Fähigkeiten glauben." Die haben ihm gerade Grand-Prix-Sieg Nummer 80 beschert.

Bild: AP 15. Juli 2019, 09:062019-07-15 09:06:47 © SZ.de/ebc