Sieben Kurven in der Formel 1Verstappen rempelt sich um Kopf und Kragen

Der Niederländer startet mit dem stärksten Auto, doch er überdreht. Stattdessen gewinnt Hamilton - auch ohne seinen engsten Vertrauten. Die Höhepunkte des Formel-1-Wochenendes.

Lewis Hamilton

Der zehnte Sieg in der Saison, der 100. in der Geschichte der Silberpfeile in der Formel 1, was wäre das auch statistisch für ein schöner Rahmen gewesen, um im Autodromo Hermanos Rodriguez zum dritten Mal in Serie Weltmeister zu werden. Dass es noch nicht geklappt hat im viertletzten WM-Lauf ist nicht so schlimm für den Briten. Die Zeit spielt für ihn, schon am nächsten Wochenende in Austin hat er den nächsten Matchball. Er muss dazu nur den achten Platz holen, dann ist der einzig verbliebene mathematische Gegner Valtteri Bottas aus dem Rennen. Das erscheint unter normalen Umständen mehr als machbar.

Der Große Preis von Mexiko hat einmal mehr Hamiltons herausragende Qualität unter Beweis gestellt, auch Rennen zu gewinnen, bei denen er nicht im stärksten Auto sitzt und ihm die Umstände auch nicht in die Hände spielen. Es ist das, was man "Hammertime" nennt, diesmal war es die Ausdauerleistung, 47 von 71 Runden mit einem Satz harter Reifen durchzufahren und die Spitze zu verteidigen. Mercedes-Teamchef Toto Wolff schrieb seinem Schützling schöne Sätze ins Reifezeugnis: "Wir wussten nicht, ob es reicht, es schien fast unmöglich. Aber ich habe komplettes Vertrauen in Lewis. Es ist eine Kombination von Talent und Erfahrung, die ihn zu einem wirklich großen Rennfahrer macht. Anscheinend besitzt er die großartige Fähigkeit, das Auto in kritischen Szenen in die richtige Position zu bringen." Champion-Tugenden eben.

Bild: AP 28. Oktober 2019, 11:212019-10-28 11:21:25 © SZ.de/jki