Mattia Binotto

Es war die beste Chance für Ferrari, endlich die Siegesserie von Mercedes zu brechen. Bis zum Sommer, so hatte sein Fahrer Vettel gefordert, müsse man die Kräfteverhältnisse umdrehen. Auf dem Circuit de Gilles Villeneuve hatte man die Vorteile der Streckencharakteristik mit ihren vielen Geraden genutzt, für Vettel war es die erste Pole-Position seit Juli 2018. Und dann der Ausrutscher unter Druck und die Zeitstrafe. "Es war sicher nicht seine Absicht, und in ähnlichen Fällen ist schon anders geurteilt worden", sagt Binotto. Auch der Italo-Schweizer am Kommandostand fühlte sich als wahrer Sieger, es nützt ihm nur nichts. Der Ingenieur versucht, sich daher über die Formsteigerung zu freuen, weiß aber vor allem eins: "Entscheidend ist, dass wir jetzt positiv bleiben. Darin müssen wir auch Sebastian unterstützen." Zunächst muss er entscheiden, ob Ferrari die 96-stündige Einspruchsfrist nützt, obwohl die Aussichten für einen erfolgreichen Protest gegen Tatsachenentscheidungen gering sind - falls er überhaupt zugelassen wird.

Bild: AFP 10. Juni 2019, 11:282019-06-10 11:28:55 © SZ.de/tbr