Sieben Kurven der Formel 1Rad abgeknickt, Hinterreifen aufgeschlitzt

Leclerc und Vettel fühlen sich nach dem Ferrari-Team-Unfall jeweils im Recht - ihr Chef ist sprachlos. Verstappen zeigt eine ungeheuer reife Leistung. Die Höhepunkte des Formel-1-Wochenendes.

Max Verstappen

Das vorletzte Formel-1-Rennen des Jahres könnte in der Tat ein Ausblick auf eine strahlende Zukunft der Königsklasse gewesen sein: Gehörte der Frühling in dieser Saison Mercedes, gewann Ferrari im Sommer die Oberhand, dann geht der Herbst an Red Bull Racing - und den Motorenlieferanten Honda, der am Ende seines fünften Jahres in der Hybridära endlich die Leistungen bringt, die man in Salzburg und in Tokio schon lange erwartet. Sie haben Max Verstappen erst zu seiner zweiten Pole-Position und dann zu seinem dritten Saisonsieg katapultiert. Hamilton war fassungslos, wie leicht ihn der Niederländer zweimal stehen gelassen hat.

Verstappen genießt Siege über das Establishment doppelt, diesmal sogar dreifach. Denn was für eine Ironie, dass ausgerechnet Vettel und Hamilton, die ihn immer wieder als Quasi-Bruchpiloten verspottet und geächtet hatten, galt es in Interlagos zu tadeln - während der 22-Jährige bei aller Aggressivität eine ungeheuer reife Leistung zeigte. "Das war eine Genugtuung für Max", weiß auch Teamchef Christian Horner. Sein Instinkt sagt ihm, dass da was geht: "Seit einigen Rennen haben wir wieder ein Auto, mit dem wir um Siege mitfahren können."

Bild: REUTERS 18. November 2019, 09:362019-11-18 09:36:22 © SZ.de/ebc/lys