Formel 1Antonelli macht weiter mit dem Gewinnen

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Sechster Sieg im zehnten Rennen: Kimi Antonelli fährt wieder mal souverän.
Sechster Sieg im zehnten Rennen: Kimi Antonelli fährt wieder mal souverän. Clive Rose/Getty Images

In einem umkämpften Rennen mit vielen Überholmanövern holt sich der 19-jährige Mercedes-Pilot beim Großen Preis von Belgien den Sieg vor Charles Leclerc und Max Verstappen.

Von Anna Dreher

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Kimi Antonelli flog geradezu über den Asphalt, aber er wurde seinen Verfolger einfach nicht los. Acht, neun Zehntelsekunden hinter ihm lauerte Charles Leclerc, der versuchte, alle Energie aus seinem Ferrari rauszuholen, um sich diesen Sieg beim Großen Preis von Belgien zu schnappen. Aber der große Favorit an diesem Wochenende war nun mal Antonelli, und gepaart mit einem wieder verlässlich liefernden Mercedes zog der 19-Jährige daraus die größere Power auf den letzten Runden. Leclerc unterlief noch dazu ein kleiner Fehler, der Abstand wuchs auf mehr als zwei Sekunden – und dann hatte Antonelli ihn, seinen sechsten Saisonsieg. Die WM führt er nun mit 204 Punkten vor Lewis Hamilton (159) an. Dritter wurde Max Verstappen, Nico Hülkenberg verpasste im Audi als 13. abermals die Punkte. „Es war ein hartes Rennen“, sagte Antonelli. „Ein schwieriger Sieg, Charles war sehr schnell.“

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Der Start auf der 7,004 km langen Strecke zwischen den Wäldern in den Ardennen lieferte einen Vorgeschmack auf das, was kommen sollte. Antonelli kam gut weg, Verstappen blieb dicht hinter ihm und zog schon auf den ersten Metern in der Eau Rouge am Silberpfeil vorbei. Auf der Geraden schnappte er sich den Red Bull des viermaligen Weltmeisters wieder, Charles Leclerc folgte diesem Beispiel, gespeist mit frischem Selbstvertrauen des Silverstone-Sieges vor einer Woche. Hinter Verstappen hielt Oscar Piastri die McLaren-Fahne hoch, während Titelverteidiger Lando Norris, strafversetzt wegen neu verbauter Teile, im Mittelfeld herumkurvte.

Die Reihenfolge wurde dann schon nach wenigen Kurven vorübergehend eingefroren, weil der Mercedes von George Russell nach einer Berührung mit dem Ferrari von Lewis Hamilton im Kiesbett landete und das Safety-Car auf den Kurs kam. Der viertplatzierte Hamilton erhielt dafür eine Fünfsekunden-Strafe, was dem frustrierten Russell aber auch nicht mehr half. Sein Wagen musste mit einem Kran abtransportiert werden, sein Rückstand auf Antonelli in der Gesamtwertung beträgt 50 Punkte. „Ich hatte wieder keine Leistung“, funkte Russell. „Das ist inakzeptabel, Leute. Das ganze Wochenende!“

Der dreimalige Spa-Sieger Verstappen bleibt diesmal in der Verfolgerrolle

Die Frage war nun, in welche Statistik sich dieses zehnte Saisonrennen eingliedern würde. Antonelli hat vier von fünf Grand Prix gewonnen, in die er aus der vordersten Parkbucht gestartet ist, in Silverstone hinderte ihn ein Defekt an der perfekten Quote. In Belgien allerdings hatte der Polesetter die vergangenen vier Jahre nicht gewinnen können. Beim Neustart blieb Antonelli vorn und vergrößerte Meter um Meter den Vorsprung, erst auf Leclerc, dann auf Verstappen, der in der sechsten Runde am Ferrari vorbeizog. Dreimal hatte der 28-Jährige in Spa-Francorchamps gewonnen, andere Zeiten, seit der Reglement-Änderung zu dieser Saison ist Verstappen mehr mit der Kritik an ebendieser beschäftigt statt mit dem Sammeln von Trophäen. „Für mich läuft es wohl eher darauf hinaus, in den Rückspiegel zu schauen“, hatte er prognostiziert.

Und da sah Verstappen lange vor allem die roten Autos von Ferrari, die sich anschickten, ihre Titelansprüche zu untermauern. Weil nach 18 Runden erst Verstappen und dann Antonelli an die Box ging, führte Leclerc das Rennen vor Hamilton an. Nur vorübergehend wurde er von Norris abgelöst, der sich beharrlich vorgearbeitet hatte. Nach seinem Reifenwechsel während eines virtuellen Safety-Cars schaffte Leclerc es gerade noch so, vor Antonelli zurück auf die Strecke zu huschen, und schnappte sich wenige Runden später Norris. Der Weltmeister kämpfte und kämpfte, nach einem späten, verpatzten Boxenstopp rutsche er ins Mittelfeld und beendete den Grand Prix als Siebter.

Antonelli hatte sein letztes Opfer an diesem Sonntag längst anvisiert: Immer näher pirschte er sich an Leclerc heran. Zehn Runden vor Schluss holte sich der Italiener die Führung zurück – und gab sie nicht wieder her.

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