Formel 1Hamilton siegt erstmals im Ferrari

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Nach 686 Tagen beendet Lewis Hamilton seine Siegflaute in der Formel 1 und gewinnt erstmals im Ferrari einen Grand Prix.
Nach 686 Tagen beendet Lewis Hamilton seine Siegflaute in der Formel 1 und gewinnt erstmals im Ferrari einen Grand Prix. Clive Rose/Getty Images

Der Rekordweltmeister feiert beim Großen Preis von Katalonien seinen ersten Sieg seit fast zwei Jahren. Seriensieger Kimi Antonelli erlebt kurz vor Schluss ein Drama.

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Nach 686 Tagen hat Lewis Hamilton seine Siegflaute in der Formel 1  beendet und erstmals im Ferrari einen Grand Prix gewonnen. Der Rekordweltmeister düpierte mit etwas Hilfe von einer virtuellen Safety-Car-Phase die Konkurrenz. Zweiter wurde George Russell im Mercedes vor Weltmeister Lando Norris im McLaren. WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli schied nach zuletzt fünf Siegen in Serie wegen eines technischen Defekts kurz vor Schluss aus. Im siebten WM-Lauf der Saison fuhr damit erstmals kein Silberpfeil als Erster ins Ziel. „Es gibt einfach nichts Besseres“, sagte Hamilton nach seinem 106. Rennsieg in der Königsklasse: „Die waren alle besonders, aber dieser hier ist etwas Außerordentliches.“

Hamilton profitierte von einer gewagten Boxenstopp-Strategie und durfte sich zum ersten Mal seit dem 28. Juli 2024 wieder als Rennsieger bejubeln lassen. Nach einer enttäuschenden Premieren-Saison bei Ferrari ist der siebenmalige Champion wieder voll da. Der Brite festigte seinen zweiten Platz in der Gesamtwertung, 41 Zähler liegt er noch hinter dem Italiener Antonelli. „Ich habe letztes Jahr einen Traum begonnen. Es sah nach einer unmöglichen Reise aus“, sagte Hamilton. „Als Kind habe ich mir immer vorgestellt, wie es wäre, in diesem Auto zu gewinnen.“

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Der Mercedes-Pilot zeigt in Monaco bei seinem fünften Formel-1-Sieg in Serie, dass er schon im zweiten Lehrjahr die Meisterprüfung bestanden hat. Das erhöht den Druck – doch Antonelli reagiert mit entwaffnend einfacher Logik.

Von Elmar Brümmer

Das nächste Frusterlebnis setzte es für Nico Hülkenberg. Der Audi-Pilot hatte sich als Neunter seinen besten Startplatz in diesem Jahr gesichert, musste aber noch vor der Hälfte des Rennens wegen technischer Probleme aufgeben. Der Rheinländer wartet damit weiter auf seine ersten WM-Punkte für das Werksteam des deutschen Autobauers.

Erstmals in dieser Saison hatte der 19 Jahre alte Überflieger Antonelli die erste Startreihe für einen Grand Prix verpasst. In der packenden Qualifikation musste er sich mit Platz drei begnügen. Für Russell war die Pole Position der lange ersehnte Schub, nachdem er zuletzt immer mehr von seinem jungen Teamrivalen abgehängt worden war.
Teamchef Toto Wolff hatte seinen vermeintlichen Chefpiloten sogar zur Gesprächstherapie gebeten. „Emotional haben wir ihm Unterstützung gegeben und ihm gesagt: Wir stehen hinter dir, lass uns neu starten“, erklärte Wolff.

Nach dem zweiten Boxenstopp der Mercedes neigt sich das Geschehen zugunsten von Hamilton.

Prompt wirkte Russell selbstsicherer, holte sich die zehnte Pole Position seiner Karriere und verteidigte in seinem 100. Grand Prix für Mercedes die Führung auch durch die ersten Kurven. Hamilton hatte sich anders als die Mercedes-Fahrer für einen weicheren und damit vermeintlich zunächst schnelleren Reifensatz entschieden, kam aber zunächst nicht an Russell vorbei. Russell verteidigte auch nach den ersten Reifenwechseln seine Führung vor Hamilton, dem mit Startplatz zwei das beste Qualifikationsergebnis seit seinem Wechsel von Mercedes zu Ferrari gelungen war. Dahinter folgten Antonelli und Weltmeister Lando Norris im McLaren.

Zunehmend entwickelte sich das Rennen zum Strategiespiel. Hamilton holte sich in der 28. Runde zum zweiten Mal frische Reifen, fuhr auf einer Drei-Stopp-Taktik und wollte am Ende attackieren. Vorn schloss Antonelli zu Russell auf, kam aber nicht vorbei. Am Funk warnten die Mercedes-Ingenieure ihre Fahrer vor unbedachten Manövern. Schon in Kanada hatten sich beide ein teils knallhartes Duell um die Spitze geliefert, ehe Russell ausschied. Nach dem zweiten Boxenstopp der Mercedes-Piloten neigte sich das Geschehen zugunsten von Hamilton. Altmeister Fernando Alonso musste seinen Aston Martin bei seinem vielleicht letzten Barcelona-Gastspiel mit einem Defekt abstellen. Das Feld wurde von einem virtuellen Safety-Car eingebremst. Hamilton nutzte die Chance, um noch einmal an die Garage zu fahren – und blieb danach Erster.

Auch eine Ermittlung wegen eines möglichen Vergehens unter gelber Warnflagge blieb für den 41-Jährigen folgenlos. Mit frischen Reifen eilte Hamilton auf und davon. Die Mercedes-Piloten konnten nicht mithalten. Antonelli zwängte sich wenige Runden vor Schluss noch an Russell vorbei, blieb aber wenig später stehen.

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