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FK Astana in der Champions League:So demütig, wie es sich für einen Außenseiter geziemt

Insgesamt steckt in der Liga des rohstoffreichen Landes viel mehr Geld als früher, der ehemalige FC-Bayern-Profi Anatolij Timoschtschuk etwa lässt seine Karriere bei Qairat Almaty ausklingen. Aber das Vorzeigeprojekt ist der FK Astana. Nasarbajew selbst habe den Auftrag gegeben, "einen Klub zu schaffen, der in der Lage wäre, an der Gruppenphase eines europäischen Wettbewerbs teilzunehmen", sagte kürzlich Generaldirektor Kajsar Bekenow. Farben und Schriftzug des Vereinslogos von FK Astana erinnern nicht zufällig an Farbe und Schriftzug der Radler-Truppe - und Kasachstans Nationalflagge.

Als Sascha Franz dort arbeitete, war der Klub frisch gegründet und hieß noch Lokomotive Astana. Inzwischen ist er Teil einer übergeordneten Struktur, die übersetzt ungefähr so viel wie "präsidentieller professioneller Klub Astana" heißt. Ein knappes Dutzend Sportarten versammelt sie unter ihrem Dach, finanziert vor allem von der Staatsholding Samruk-Kazyna, der die Milliardenanteile des Staates an den Energiefirmen kontrolliert. Und der neue Chef des Muttervereins von FK ist praktischerweise auch noch der Vorsitzende der nationalen Fußball-Föderation.

Einen Rekord hat Astana sicher

In Astana geben sie sich vor dem Spiel gegen Lissabon so demütig, wie es sich für einen Außenseiter geziemt. Aber sie sind schon überzeugt, dass die Elf des bulgarischen Trainers Stanimir Stoilow in der Gruppenphase nicht wie damals Debrecen (0 Punkte), sondern eher wie Cluj (4) oder Razgrad (4) abschneiden kann.

Einen kleinen Rekord stellte die Delegation des Vereins jedenfalls schon am Sonntag auf, als sie auf dem Flughafen von Lissabon landete. Zehn Stunden Hinflug, samt Zwischenstopp zum Nachtanken der Maschine in Warna/Bulgarien, laut Luftlinienrechner 6164,5 Kilometer - so weit und lang war noch nie die Reise einer Mannschaft zu einem Gruppenspiel der Champions League.

© SZ vom 15.09.2015/sonn
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