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Fifa:Weltverband zeigt Ex-Präsident Blatter an

Der Fußball-Weltverband Fifa hat gegen seine ehemalige Führung um den früheren Präsidenten Sepp Blatter, 84, Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft im Kanton Zürich eingereicht. Wie die Fifa am Dienstag mitteilte, seien externe Experten auf Beweise für mutmaßlich ungetreue Geschäftsbesorgung gestoßen - im Zusammenhang mit einem Museumsprojekt in Zürich. Blatter und weitere Personen sollen laut Weltverband am Abschluss von Verträgen, die zu Projektkosten von rund 500 Millionen Schweizer Franken führen werden, beteiligt gewesen sein. "Die Anzeige zielt auf die gesamten Projektkosten", teilte die Fifa mit. Blatter bestreitet die Anschuldigungen: "Die Vorwürfe sind haltlos und werden vehement zurückgewiesen", teilte sein Anwalt auf Anfrage mit.

Ein Sprecher des früheren langjährigen Fifa-Chefs bezeichnete die kommunizierten Zahlen als "falsch". Unter anderem seien etwaige Wohnungen und Büroräume zur Vermietung nicht berücksichtigt worden, zudem habe sich die Eigentümerfirma des Museumsgebäudes an der Renovierung beteiligt. Die damalige Führung des Weltverbands soll 140 Millionen Schweizer Franken in die Renovierung und Modernisierung investiert haben, obwohl das Gebäude "der Organisation gar nicht gehörte", teilte die Fifa mit. Zudem sei ein langfristiger Mietvertrag zu "ungünstigen" Konditionen abgeschlossen worden.

Die Fifa rechnet bis zum Ablauf des Vertrages im Jahr 2045 mit Kosten in Höhe von 360 Millionen Schweizer Franken. "Wir hatten keine andere Wahl, als den Fall bei der Staatsanwaltschaft anzuzeigen, zumal die jetzige Fifa-Geschäftsleitung gegenüber der Organisation auch eine Treuepflicht hat, die sie nach den massiven Versäumnissen ihrer Vorgänger zu erfüllen gewillt ist", sagte der stellvertretende Fifa-Generalsekretär Alasdair Bell. Es seien "mehrere verdächtige Umstände und Führungsversäumnisse" zu Tage getreten. Die Administration will die Unterlagen über den Vorgang zudem der Fifa-Ethikkommission zukommen lassen.

Die juristische Aufarbeitung von Blatters 17 Jahre langer Amtszeit dauert schon länger an. Die Schweizer Bundesanwaltschaft teilte jüngst mit, ihre Ermittlungen gegen den 84-Jährigen und den ehemaligen Uefa-Präsidenten Michel Platini, 65, ausgeweitet zu haben. Hier geht es um die Zahlung von zwei Millionen Franken von der Fifa an Platini, wegen der beide von den Fifa-Ethikern 2015 langfristig gesperrt worden waren. Nun werde "auch wegen des Verdachts des Betrugs ermittelt", teilte die Bundesanwaltschaft mit. Beide bestreiten die Vorwürfe.

© SZ vom 23.12.2020 / sid, dpa
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