FußballEuropa, Asien und Nordamerika greifen Infantino in einem offenen Brief scharf an

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Gegenspieler: Fifa-Präsident Gianni Infantino and Uefa-President Aleksander Čeferin (re.), hier beim Champions-League-Finale 2023 in Istanbul.
Gegenspieler: Fifa-Präsident Gianni Infantino and Uefa-President Aleksander Čeferin (re.), hier beim Champions-League-Finale 2023 in Istanbul.
Mark Pain/Imago

Drei Kontinentalverbände erneuern in einem offenen Brief ihre massive Kritik am Weltfußballverband Fifa und am Präsidenten. Darin ist von „Täuschung“ und „Vertrauensbruch“ die Rede.

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Die Gegner von Gianni Infantino halten den Druck auf den angezählten Fifa-Präsidenten hoch. In einem offenen Brief, der am Montag publik wurde, wandten sich die Dachverbände von Europa (Uefa), Asien (AFC), Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik (Concacaf) gemeinsam an die Öffentlichkeit. Die Kontinentalverbände bekräftigen ihre Kritik an Infantino und fordern weiter einen Neuanfang an der Spitze des Weltverbandes.

„Führung im Fußball ist kein Besitz. Es geht nicht darum, Macht zu haben – oder ihre Ausübung einzufordern. Sie ist eine Verpflichtung zum Dienst an der Fußballfamilie, die einem ihr Vertrauen schenkt“, heißt es in dem Schreiben, das von Uefa-Präsident Aleksander Čeferin, AFC-Boss Salman bin Ibrahim al-Chalifa und Concacaf-Chef Victor Montagliani unterzeichnet ist. Auf eine namentliche Nennung Infantinos wird in dem Schreiben verzichtet, er ist als Adressat aber offensichtlich.

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In seiner Zeit als Uefa-Generalsekretär soll Infantino eine hohe Abfindung für eine enge Mitarbeiterin herausgehandelt haben – die Uefa bestätigt jetzt die Zahlung. Auch die Fifa meldet sich zu Wort.

„Wenn dieses Vertrauen durch Täuschung gebrochen wird, wenn sich jemand über das Kollektiv stellt, das ihn mit Verantwortung betraut hat, wurde diese Verpflichtung aufgegeben“, kritisieren die drei Dachverbände.

Infantino steht massiv in der Kritik, zuletzt gab es auch Rücktrittsforderungen. Der Fifa-Boss wollte Rechte an den Turnieren des Weltverbandes an private Investoren verkaufen. Nach riesiger Empörung musste Infantino sein Vorhaben wieder begraben. Seitdem tobt ein Machtkampf im Fußball.

In dem Brief wird der Alleingang Infantinos bei seinen Plänen nun erneut scharf kritisiert. „Ein Vorschlag, der in einem stark verkürzten Zeitrahmen vorangetrieben, ohne ernsthafte Konsultation erarbeitet und bis zu einer Frist angeschoben wurde, noch bevor die Mitgliedsverbände die Bedingungen angemessen prüfen konnten, ist nicht das Ergebnis eines Versehens – sondern Ausdruck eines bewussten Vorgehens, um eine Überprüfung einzuschränken“, heißt es.

Die Unterzeichner fordern eine andere Führung des Fußballs – also Infantinos Rücktritt

Čeferin und seine Kollegen beziehen sich dabei auf ein Schreiben der Fifa, in dem Fehler bei den Investorenplänen eingeräumt wurden. „Es wurde nicht anerkannt, dass der Vorschlag an sich grundlegend falsch war. Nach wie vor fehlt jede Einsicht, dass der Versuch, eine Beteiligung an der Fifa-Weltmeisterschaft zu verkaufen, ein gravierendes Fehlurteil war – nicht nur ein Verfahrensfehler, sondern ein grundlegender Vertrauensbruch gegenüber genau den Institutionen, denen die Fifa zu dienen verpflichtet ist“, schreiben die Dachverbände.

Zudem kritisieren die Unterzeichner, dass die von der Fifa angekündigte Aufarbeitung der Vorfälle der vergangenen Wochen nicht vollständig von einer unabhängigen Instanz vorgenommen werden soll. „Es herrscht Schweigen, wo Rechenschaftspflicht und Distanz, wo Offenheit herrschen sollte.“

Die drei Verbandschefs um Čeferin schließen ihren Brief mit einem Appell an die sogenannte Fußballfamilie: „Die Stärke des Fußballs lag stets in seiner Einheit. Wir rufen dazu auf, diese Einheit nun zu wahren – und für eine Führung einzustehen, die dem Fußball dient, statt ihn beherrschen zu wollen.“

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SZ PlusVon Johannes Aumüller und Thomas Kistner

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