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Fifa-Sperre gegen Jack Warner:Platini bleibt eine Erklärung schuldig

Blatter sieht darin ebenso wenig eine Unkorrektheit wie in der Auszahlung von zwei Millionen Franken an Platini im Februar 2011. Auch zu diesem Komplex ermitteln die Strafbehörden, Empfänger Platini ist derzeit nicht Beschuldigter wie Blatter, sondern gilt als "Auskunftsperson".

Fußball Warum der DFB die Fifa verschont
Kommentar
Weltfußballverband

Warum der DFB die Fifa verschont

Die Fifa ist handlungsunfähig, Sepp Blatter droht der Untergang. Doch wenn es darum geht, den Fußball-Sumpf trocken zu legen, lehnt der DFB eine Führungsrolle bislang ab.   Kommentar von Klaus Hoeltzenbein

Platini schob zu dem Geldtransfer am Dienstagabend eine weitere Erklärung nach. Wie die SZ aus Uefa-Kreisen erfuhr, habe er mit Blatter keinen Konsens über die Höhe seines Sportberater-Salärs in der Zeit von 1998 bis 2002 erzielen können. Der Fifa-Boss habe nicht mehr als anderen Spitzenhauptamtlichen zahlen wollen; eine endgültige Regelung sei per Gentlemen Agreement vertagt worden. Fortan habe Platini Bezüge aus seiner Fifa-Vorstandstätigkeit erhalten und die Sache ruhen lassen. Geändert habe sich das, als sich das Verhältnis zu Blatter verdüsterte, der Franzose sei zunehmend verärgert über dessen politische Schlingerkurse gewesen. Daher will er das Geld 2011 eingefordert haben, bevor es zum Bruch mit Blatter kommen konnte. Eine eigene Kandidatur aber hätte er daseinerzeit - am 1. Juni 2011 wurde der Fifa-Präsident gewählt - nie angestrebt. Fragen bleiben zur fürstlichen Entlohnung des Blatter-Intimus. Worin diese äußerst wertvolle Fußballberatung konkret bestand, die aus einem von der Fifa bezahlten Pariser Büro erfolgte, wird die Ermittler ebenso interessieren wie die Frage, wie legitim es ist, ein Salär für über Jahre geleistete Arbeiten erst eine Dekade später auszuhandeln. Vorerst verweist die Strafbehörde auf den Informationsstand von Freitag, als es in der Züricher Fifa-Zentrale zu Einvernahmen der zwei höchstrangigen Funktionäre kam; nichts bekannt ist auch zu Durchsuchungen. Bewegung kommt in die Auslieferungsfrage: Auch Fußballfunktionär Eduardo Li aus Costa Rica soll von der Schweiz in die USA überstellt werden.

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