Fifa-Pressekonferenz in Zürich:"Wir sind die geschädigte Partei"

Nach den Festnahmen von Fifa-Funktionären hält der Weltfußballverband in Zürich eine denkwürdige Pressekonferenz ab. Sprecher De Gregorio macht dabei erstaunliche Aussagen.

Er saß alleine auf dem Podium und musste der Welt nun erklären, was genau da heute Morgen passiert ist. Als Pressesprecher des Weltfußballverbandes Fifa ist Walter De Gregorio natürlich krisenerprobt. Aber die Verhaftung von sechs Funktionären musste er auch noch nicht erläutern. Eine Dokumentation der wichtigsten und erstaunlichsten Aussagen der Presskonferenz:

  • "Die Fifa hat diesen Prozess am 18. November 2014 selbst initiiert. Das hatte mit der Vergabe der Weltmeisterschaft 2018 und 2022 zu tun.
  • "Der Zeitpunkt scheint nicht der beste zu sein, aber die Fifa kooperiert vollständig mit den Behörden. Es ist unser größtes Interesse, dass alle offenen Fragen beantwortet werden können."
  • "Ich möchte ausdrücklich betonen. Ausdrücklich, dass die Fifa in diesem Fall die geschädigte Partei ist. Das bedeutet, dass keine Durchsuchungen in Fifa-Büros durchgeführt wurden."
  • "Wir stellen alle Informationen zur Verfügung, die die Behörden haben wollen. Das liegt in unserem eigenen Interesse."
  • "Der Präsident und der Generalsekretär sind nicht in diesen Prozess involviert."
  • "Es ist ein schwieriger Moment für uns. Aber der Kongress wird stattfinden. Die eine Sache hat nichts mit der anderen zu tun."
  • "Wir machen mit unserer Agenda weiter. Die Wahl wird wie geplant stattfinden."
  • "Es ist für die Behörden natürlich leichter, mit den Beschuldigten zu sprechen, wenn sie alle an einem Ort sind." (Auf die Frage, warum der Zugriff jetzt erfolgte, wo der Prozess doch angeblich von der Fifa initiiert war.)
  • "Die Weltmeisterschaften 2018 und 2022 werden in Russland und Katar stattfinden."
  • "Dieser Prozess ist gut für die Fifa. Er ist nicht gut, was Image und Reputation angeht. Aber es ist gut für den Reformprozess. Es ist ein guter Tag für die Fifa."
  • "Wir wussten natürlich nichts von dieser Aktion. Hätte ich davon gewusst, wäre ich gestern früher ins Bett gegangen."
  • "Der Präsident ist nicht involviert. Natürlich ist er der Kopf der Fifa. Aber er ist nicht involviert. Wenn die Mitglieder ihn in zwei Tagen wählen, wird er weiter der Präsident sein."
  • "Wir können niemanden suspendieren, nur weil er verhaftet wurde. Die Funktionäre sind nicht verurteilt. Für die Wahl müssen sie anwesend sein. Wer nicht anwesend ist, kann nicht wählen."
  • "Der Präsident tanzt nicht in seinem Büro. Aber er ist entspannt, weil es eine Bestätigung ist, dass er nicht beschuldigt ist. Aber er ist kein glücklicher Mann heute."
  • "Jetzt ist es zwölf Uhr. Wir sind dabei, noch Informationen einzuholen. Und dann werden wir sehen, was zu tun ist."
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema