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Fifa-Präsident Sepp Blatter:"WM in Katar kann nur im Winter stattfinden"

CAMP Beckenbauer

FIFA-Präsident Sepp Blatter im österreichischen Kitzbühel bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen des "Camp Beckenbauer".

(Foto: dpa)

Plötzlich ändert Fifa-Präsident Sepp Blatter seine Meinung und will die WM 2022 in Katar in den Winter verlegen. Tennisprofi Jan-Lennard Struff scheidet beim ATP-Turnier in Hamburg aus - Tommy Haas ist dagegen weiter, jamaikanischer Sprinter Nesta Carter steht doch nicht unter Doping-Verdacht.

Fußball-WM 2022: Rolle rückwärts von FIFA-Präsident Joseph S. Blatter: Der Chef des Fußball-Weltverbandes hat erstmals unmissverständlich eine Verlegung der höchst umstrittenen WM 2022 in den Winter gefordert. "Die WM in Katar kann nur im Winter stattfinden", sagte der Schweizer im Rahmen des "Camp Beckenbauer". Blatter kündigte an, dass er das Thema im FIFA-Exekutivkomitee im Oktober zur Sprache bringen werde, "und das Komitee wird mir sicher folgen". Bei Sky Sport News HD gestand Blatter, der eine Verlegung bisher nie öffentlich erwogen hatte, zudem Fehler bei der Vergabe 2010 ein. "Es wurde nicht unterschätzt, aber man hat es vielleicht nicht richtig angeschaut", sagte er: "Schon damals hat unsere medizinische Abteilung festgestellt, dass man im Juni oder Juli dort nicht spielen kann."

Tennis, ATP-Tour: Tommy Haas ist beim Tennisturnier in Hamburg ins Achtelfinale eingezogen. Bei seinem ersten Auftritt in diesem Jahr in der Hansestadt hatte der gebürtige Hamburger am Mittwoch gegen den slowenischen Qualifikanten Blaz Kavcic beim 6:1, 4:6, 6:4 allerdings mehr Mühe als ihm lieb war. Dennoch wurde Haas hinterher von den 7000 Besuchern am Rothenbaum gefeiert. Am Donnerstag trifft der 35-Jährige auf den Argentinier Carlos Berlocq. Haas will bei der mit 1,23 Millionen Euro dotierten Sandplatz-Veranstaltung unbedingt wie im Vorjahr ins Endspiel einziehen. Dort könnte es am Sonntag zum Traumfinale gegen den Schweizer Roger Federer kommen.

100 Meter, Doping: Jamaikas Sprinter Nesta Carter steht anscheinend anders als seine Trainingspartner Asafa Powell und Sherone Simpson nicht unter akutem Dopingverdacht. Carters Agent Adrian Laidlaw sagte dem Jamaica Observer, dass der sechstschnellste 100-m-Läufer der Geschichte entgegen anders lautender Berichte bei den nationalen Trials im Juni nicht positiv getestet worden sei. Dort sollen A-Proben von fünf jamaikanischen Leichtathleten positiv ausgefallen sein, Powell und Simpson hatten am Sonntag bestätigt, dass ihre dazugehören. Die weiteren drei mutmaßlichen Sünder sollen kleine Fische aus der Werfer- und Springerszene sein. Carter, mit am Samstag in Madrid erzielten 9,87 Sekunden Nummer zwei der Jahresbestenliste hinter dem ebenfalls positiv getesteten Tyson Gay (USA), ist einer der Medaillenfavoriten bei der WM in Moskau (10. bis 18. August).

Tennis in Hamburg: Der deutsche Tennisprofi Jan-Lennard Struff ist beim ATP-Turnier in Hamburg in der zweiten Runde ausgeschieden. Die Nummer 105 der Weltrangliste aus Warstein unterlag am Mittwoch dem um 74 Positionen besser platzierten Spanier Feliciano Lopez mit 5:7, 3:6. Der 23 Jahre alte Deutsche fand zwar mit einem Break gut in das Spiel und erspielte sich sogar eine 5:3-Führung, baute nach seinem vergebenen Satzball jedoch stark ab. Nach 1:29 Stunden verwandelte der Spanier seinen vierten Matchball. Lopez ist im Achtelfinale am Donnerstag der Gegner des Bayreuthers Florian Mayer.

Tennis: Die ehemalige Weltranglistenerste Martina Hingis gibt ihr Comeback auf der WTA-Tour. Die 32-jährige Schweizerin wird beim Turnier in Carlsbad im US-Bundesstaat Kalifornien (29. Juli bis 4. August) mit der Slowakin Daniela Hantuchova im Doppel antreten. Das teilte die WTA am Dienstag mit. "Ich freue mich sehr auf meine Rückkehr. Ich erinnere mich noch gut, wie ich 1997 hier im Einzel und im Doppel gewinnen konnte. Ich bin in Form und liebe es, auf dem Platz zu stehen", sagte Hingis, die den Tennis-Thron erstmals am 31. März 1997 im Alter von 16 Jahren bestiegen hatte. In ihrer aktiven Zeit sammelte Hingis fünf Grand-Slam-Titel im Einzel, neun in der Doppelkonkurrenz und rangierte insgesamt 209 Wochen an der Spitze der Weltrangliste. Ihren bisher letzten Auftritt auf der WTA-Tour hatte Hingis im September 2007.

Fußball, FC Barcelona: Lionel Messi sinnt auf Revanche für das Ausscheiden des FC Barcelona in der Champions League gegen Bayern München. "Die Art und Weise, wie der FC Bayern uns rausgeworfen hat, war für uns sehr schmerzhaft", sagte der Weltfußballer am Mittwoch in Barcelona. "Die Tordifferenz war zu hoch, aber das bedeutet für uns eine zusätzliche Motivation für die neue Saison." Der FC Bayern hatte die Halbfinalspiele gegen die Katalanen 4:0 und 3:0 gewonnen. "Die Münchner haben ein Superteam und die Champions League souverän gewonnen", betonte der Argentinier. "Mit ihrem neuen Trainer Pep Guardiola werden sie noch stärker sein."

Doping in Russland: Die russische Antidoping-Agentur Rusada hat fünf mutmaßliche Dopingsünder vorerst aus dem Verkehr gezogen. Die Schwimmer Igor Achljustin, Michail Dowgaljuk und Anton Komlew waren bei den russischen Meisterschaften im Juni durch einen Test gefallen. Die Bahnradfahrer Andrej Russkich und Jekaterina Korolewa waren bei den russischen Junioren-Meisterschaften im gleichen Monat auffällig geworden. Die fünf Athleten wurden vorläufig von der Teilnahme an jeglichen Trainings- und Wettkampfveranstaltungen ausgeschlossen. Um welche Substanzen es sich bei den positiven Befunden handelte, erklärte die Rusada nicht.

Leichtathletik-WM, Absage: 100-m-Weltmeister Yohan Blake wird wegen seiner hartnäckigen Verletzung im rechten Oberschenkel seinen Titel bei der Leichtathletik-WM in Moskau (10. bis 18. August) nicht verteidigen können. "Seine im April erlittene Blessur hat es ihm nicht erlaubt, rechtzeitig wieder in Form zu kommen", gab sein Manager Cubie Seegobin am Dienstag offiziell bekannt. Der 23 Jahre alte Blake, der 2011 in Daegu/Südkorea gesiegt hatte, nachdem sein Landsmann und Topfavorit Usain Bolt wegen Fehlstarts disqualifiziert worden war, hatte bereits auf seine Teilnahme an den jamaikanischen Trials verzichten müssen. Allerdings hätte er als Titelverteidiger eine Wildcard für Moskau erhalten. Yohan Blake ist mit seinen Bestleistungen von 9,69 Sekunden über 100 m und 19,26 Sekunden über 200 m jeweils zweitschnellster Läufer aller Zeiten hinter Bolt (9,58 - 19,19). Bei den Olympischen Spielen in London hatte Blake im vergangenen Jahr in den Sprints jeweils Silber hinter Bolt gewonnen und mit diesem in der Staffel Gold geholt. Mit dem Verzicht von Blake fehlt den Sprintentscheidungen in Moskau eine weitere Attraktion, nachdem zuvor bereits US-Star Tyson Gay und Jamaikas Ex-Weltrekordler Asafa Powell in den A-Proben positiv auf Doping getestet worden waren.

Basketball, Tim Ohlbrecht: Der deutsche Basketball-Nationalspieler Tim Ohlbrecht bekommt eine zweite Chance in der nordamerikanischen Top-Liga NBA. Der 24 Jahre alte Center erhält einen Vertrag bei den Philadelphia 76ers. Dies teilte der Klub offiziell mit. Ohlbrecht war zuvor von den Houston Rockets auf die Waiver List gesetzt worden und damit vereinslos. Die Sixers werden den ursprünglich bis 2015 laufenden Vertrag von Ohlbrecht übernehmen. Der Wuppertaler war in der abgelaufenen Saison nur zwölf Minuten zum Einsatz gekommen und erzielte drei Punkte. Mit Houstons Farmteam Rio Grande Valley Vipers holte Ohlbrecht den Titel in der D-League. Ohlbrecht ist nach Christian Welp (1987 bis 1989) der zweite Deutsche bei den 76ers. Auch der später eingebürgerte deutsche Nationalspieler Shawn Bradley spielte von 1993 bis 1995 für Philadelphia.

© Süddeutsche.de/dpa/sid/ebc
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