Hans-Joachim Watzke setzt im Machtkampf um den Weltfußball-Verband auf einen freiwilligen Rückzug von Fifa-Präsident Gianni Infantino. Dieser sei notwendig, „um den Fußball nicht so einer Zerreißprobe auszusetzen. Ich hoffe, dass er das irgendwann selbst realisiert“, sagte Watzke, der Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ist, im Deutschlandfunk. Er halte einen Rückzug Infantinos „zumindest für denkbar“.
Watzke, der auch der Exekutive des Europa-Verbandes Uefa angehört, zeigte sich erschüttert über die Vorfälle in der Fifa und die verhinderten Pläne über einen Verkauf von WM-Anteilen an Investoren. Er lobte aber zugleich die Einigkeit innerhalb des europäischen Fußballs. „Das war ein gutes Zeichen der Uefa, dass wir das so geschlossen abgelehnt haben“, betonte der 67-Jährige. Es sei wichtig gewesen, so Watzke, „eine glasklare und nicht verhandelbare schriftliche Aussage der Fifa zu kriegen, dass dieses Ding nicht nur tot ist, sondern dass auch niemand versucht, das wieder zum Leben zu erwecken“.
Mit Blick auf die angestrebte Bewerbung des DFB um die Ausrichtung der WM-Endrunde 2038 oder 2042 sei erst das Ende dieses Machtkampfs abzuwarten. Bemühungen in diese Richtung ergäben erst nach der Wahl eines neuen Fifa-Präsidenten Sinn, betonte Watzke.

