Der Klassiker des Stimmenfangs

Die jüngere Historie der Fifa beginnt mit der Machtübernahme des Brasilianers Jean-Marie Faustin Goedefroid de Havelange, kurz João Havelange (Mitte). Der gelernte Rechtsanwalt aus Rio übertölpelte im Jahr 1974 den damals amtierenden Sir Stanley Rous bei der Wahl zum Präsidenten, indem er mit ein wenig Instinkt die politische Neutralität seines Vorgängers ausnutzte. Havelange, damals schon fast 60, positionierte sich geschickt als sachter Reformer und baute auf eine Aufstockung der WM von 16 auf 24 Teilnehmer. Nicht zuletzt durch diesen Klassiker des Stimmenfangs sicherte er sich seine Wahl - doch auch eine Reihe von braunen Briefumschlägen soll in Hinterzimmern an die passenden Leute gelangt sein.

5. Juni 2019, 09:512019-06-05 09:51:18 © SZ.de/hum/ebc