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Sportpolitik:In zwei Wochen dürfte es rundgehen beim Fifa-Council in Miami

Als in der letzten Viertelstunde drei "internationale" Fragen zugelassen werden, geht es ans Eingemachte. Jeder Firmenchef würde von seinen Vorstandskollegen bejubelt, wenn er 25 Milliarden Dollar heranschaffe, klagt Infantino. Nur bei der Firma Fifa liefe es anders, da werde er nicht nur nicht gelobt, sondern auch noch finsterer Machenschaften verdächtigt. "Dabei ist nichts faul an der Sache. Die Fifa nimmt das Geld ein und verteilt es wieder. Wir helfen, den Fußball weltweit zu entwickeln."

Eigentlich wäre Gianni Infantino somit ein Robin Hood des Weltfußballs, der von den Reichen nimmt und es den Armen gibt. "Es kann ja nicht sein, dass immer dieselben sieben, acht Europäer um den Titel der Klub-WM streiten." Die armen Kleinen wollen auch mal ran, vor allem, wenn sie aus schwer reichen Ländern stammen, aus China zum Beispiel oder aus den Golfstaaten. Den Namen der Investoren, die viele in der selben Ecke vermuten, mag der Fifa-Boss erneut nicht verraten, allen Transparenz-Beschwörungen zum Trotz. Nur die Eckdaten sind klar. 2021, spätestens 2024, soll die Klub-WM laufen, koste es, was es wolle. Die Europäer sollten gefälligst Mehrheitsbeschlüsse akzeptieren, "das nennt man Respekt vor der Demokratie".

Jahrzehntelang habe Europas Verband Uefa sein Geschäft ausbauen dürfen, erklärt Infantino, selbst ein ehemaliger Uefa-Funktionär - vom Landesmeister-Cup zur Champions League, vom Uefa-Cup zur Europa League, schließlich von der EM-Quali zur Nations League. "Und jetzt sind wir mal dran. Der Weltverband ist nicht nur Europa, und bei uns sind alle gleich."

Die Fronten von Rom deuten darauf hin, dass es in zwei Wochen, bei der Fifa-Council-Tagung in Miami, rund gehen könnte zwischen Europa und dem Rest von Infantinos Welt. Im Juni will der Chef dann beim Fifa-Kongress in Paris wieder gewählt werden. Gegenkandidaten gibt es praktischerweise nicht.

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