Süddeutsche Zeitung

Fifa-Pläne:Grindel fordert von Infantino "alle Fakten und Informationen"

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DFB-Präsident Reinhard Grindel hat nach der Enthüllung der Süddeutschen Zeitung und des WDR über die pikanten Details des geplanten Fifa-Projekts seine Kritik am Vorgehen von Weltverbands-Chef Gianni Infantino erneuert. Das Problem sei, "dass wir auch nach acht Monaten noch über die genauen Grundlagen dieses ominösen Angebots spekulieren", sagte Grindel am Samstag der dpa. "Ich plädiere dafür, dass Infantino jetzt alle Fakten und Informationen auf den Tisch legt", teilte der 57-Jährige dem sid mit.

Bei der 25-Milliarden-Dollar-Offerte von weiter namentlich nicht bestätigten Geldgebern geht es nicht nur um Sponsoring und Namensrechte an einer reformierten Klub-WM und einer globalen Nations League, sondern auch um den Verkauf von weiteren Lizenzrechten des Fußball-Weltverbandes. Das hatten die Recherchen der Süddeutschen Zeitung und des WDR ergeben.

Grindel, der auch Mitglied des Fifa-Councils ist, hob nochmals die Kontrollfunktion der europäischen Delegierten im Rat des Fußball-Weltverbandes hervor. Man habe verhindert, dass Infantino ein "Mandat ins Blaue" erhalten habe. Die einberufene Task Force hält Grindel für das geeignete Gremium zur Besprechung aller zu klärenden Fragen. Sie müsse nun zunächst die Machbarkeit der sportlichen Wettbewerbe prüfen. Erst dann könne man die weiteren Rahmenbedingungen und auch das gesamte Geschäftsmodell bewerten.

Infantinos undurchsichtige Rolle in der Angelegenheit bewertete Grindel indirekt. Forderungen nach einem Rücktritt des Schweizers wegen seiner umstrittenen Amtsführung und der mangelnden Informationen über seine Pläne an das Fifa-Council schloss sich der DFB-Chef nicht an. "Es ist wichtig, dass der Fifa-Präsident für Integrität, Transparenz und Compliance steht. Wir werden das Votum der Uefa bei der nächsten Wahl des Fifa-Präsidenten 2019 abstimmen, wenn die Kandidatenlage klar ist", sagte Grindel. Infantino ist seit Januar 2016 Fifa-Präsident.

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