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Fifa:Blatter fordert die Suspendierung Infantinos

FIFA weist Vorwürfe gegen Infantino zurück

Immer Ärger: Gianni Infantino.

(Foto: Sebastian Gollnow/dpa)

Die Fifa-Ethikkommission müsse ein Verfahren einleiten, erklärt der frühere Fifa-Präsident. Vorsichtigen Zuspruch erhält Infantino dagegen von Bayern-Boss Rummenigge.

Was passiert mit Fifa-Präsident Gianni Infantino, gegen den am Donnerstag durch die Schweizer Justiz ein Strafverfahren eröffnet wurde? Sein Amtsvorgänger Sepp Blatter (Präsident von 1998 bis 2016) fordert nun interne Ermittlungen und Konsequenzen. "Der Fall ist klar", erklärte Blatter, "jetzt muss auch die Fifa-Ethikkommission ein Verfahren gegen Gianni Infantino einleiten und ihn suspendieren."

Infantino werden von der Schweizer Staatsanwaltschaft wegen geheimer Treffen mit dem Leiter der Bundesanwaltschaft, Michael Lauber, Anstiftung zum Amtsmissbrauch, Anstiftung zur Verletzung des Amtsgeheimnisses und Anstiftung zur Begünstigung vorgeworfen. Infantino und die Fifa weisen die Vorwürfe zurück.

Blatter selbst wurde 2015 wegen Untreue von der Fifa-Ethikkommission für acht Jahre für alle Tätigkeiten im Fußball gesperrt. Diese Strafe wurde später auf sechs Jahre reduziert.

Rummenigge: Infantino ist "eigentlich ein Freund des Fußballs"

Vorsichtigen Zuspruch erhält Infantino von Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge. Er hält den Schweizer Infantino auch nach der Eröffnung des Strafverfahrens "eigentlich" für einen guten Präsidenten. "Ich kenne ihn sehr lange", sagte Rummenigge im Interview mit BR24 Sport.

Der Schweizer sei "eigentlich ein Freund des Fußballs und dem Fußball auch sehr positiv zugetan. Und ich hoffe, dass er die Dinge geregelt kriegt, weil eigentlich wäre er der richtige Mann, um die Fifa dann hoffentlich auch wieder in ruhiges Fahrwasser zu bringen", erklärte Rummenigge weiter.

Infantino hatte sich am Donnerstag gegen die Vorwürfe verteidigt. Bei den fraglichen Treffen mit Bundesanwalt Michael Lauber sei er seiner "wesentlichen Aufklärungspflicht auch im Sinne der Fifa" nachgekommen, erklärte Infantino einer Mitteilung des Fußball-Weltverbands zufolge. Das werde er auch weiter tun: "Dieses war immer mein Anspruch und davon lasse ich mich nicht abbringen." Die Fifa ergänzte in der Mitteilung, der Verband und der Präsident würden "umfassend mit den Behörden kooperieren".

© SZ.de/dpa/ebc
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