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Fifa-Exekutivmitglied Zwanziger:"WM 2022 am Ende nicht in Katar"

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Theo Zwanziger, Mitglied des Fifa-Vorstands.

(Foto: Sebastien Bozon/AFP)

Theo Zwanziger glaubt, dass dem Wüstenstaat die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 noch entzogen wird. Als Mitglied des Fifa-Exekutivkomitees will er Gesundheitsrisiken für Spieler und Zuschauer nicht verantworten.

  • Der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger glaubt nicht, dass die WM 2022 in Katar stattfinden wird.
  • Das Mitglied des Fifa-Exekutivkomitees fürchtet gesundheitliche Risiken aufgrund der Hitze
  • Katar wird auch mit Korruptionsvorwürfen bei der WM-Vergabe 2010 konfrontiert.

Zwanziger glaubt nicht an WM in Katar

Die Anzeichen, dass die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 dem Emirat Katar entzogen wird, verdichten sich. "Persönlich glaube ich, dass die WM 2022 am Ende nicht in Katar stattfinden wird", sagte Theo Zwanziger, Mitglied im Exekutivkomitee des Weltverbandes Fifa, zu Sport Bild Plus. Der ehemalige DFB-Präsident sieht Gesundheitsrisiken wegen der Hitze für Spieler und Fans.

Die Fifa wollte die Äußerung von Zwanziger nicht kommentieren. "Wie von Herrn Zwanziger selbst hervorgehoben, ist es seine persönliche Meinung", hieß es vonseiten des Weltverbandes.

Katars WM-OK-Chef Hassan Al-Thawadi sagte auf die Frage, ob er Angst habe, dass sein Land die WM verliert, der Tageszeitung Die Welt: "Nein, ich habe keine Angst. Erstens gibt überhaupt keine Basis dafür, die WM zu verlieren. Und zweitens ist es die erste Weltmeisterschaft im Mittleren Osten. Wenn Leute an die Region denken, dann eher an Konflikt. Die WM wird eine Plattform sein, die die Menschen zusammenbringt. Sie wird ein positives Vermächtnis hinterlassen. Ich bin sicher, dass die WM 2022 in Katar stattfindet."

Klima als Gesundheitsrisiko

"Die Mediziner sagen - und das habe ich im Protokoll festhalten lassen -, dass sie nicht verantworten können, dass im Sommer unter diesen Bedingungen eine WM stattfindet", sagte Zwanziger. Das sei zwar in den Stadien durch besondere Kühltechniken möglich, "aber die WM findet nicht nur in den Stadien statt. Es kommen Fans aus aller Welt, die sind in der Hitze unterwegs. Der erste lebensbedrohliche Vorfall würde sofort zu staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen führen. Das würde niemand im Fifa-Exekutivkomitee verantworten wollen", sagte der Jurist aus Altendiez.

Korruptionsvorwürfe gegen Katar

Eine Verlegung in den Winter wird von den europäischen Ligen mehrheitlich abgelehnt, ist aber noch nicht vom Tisch. Katar hat derzeit aber mehr Probleme mit der anhaltenden Kritik wegen Verletzungen der Menschenrechte. Zahlreiche ausländische Arbeitskräfte sollen auch auf den Baustellen für die WM wie Sklaven behandelt werden, Hunderte sind zu Tode gekommen. Außerdem muss sich Katar mit Korruptionsvorwürfen im Zusammenhang mit der WM-Vergabe im Dezember 2010 auseinandersetzen. Der Amerikaner Michael Garcia untersucht hier intern die Vorwürfe, ein offizieller Bericht liegt allerdings noch nicht vor.

Die Ethikkommission der Fifa wird ein abschließendes Urteil dieser Untersuchungen wohl erst im Frühjahr 2015 fällen.