Fifa-Chefermittler Garcia:Garcia grätscht dazwischen

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Noch bevor die Fifa das freundliche Urteil feiern konnte, grätschte Garcia dazwischen. Eckerts Stellungnahme sei "unvollständig und fehlerhaft" zürnte er - und ging dagegen per Einspruch bei der zuständigen Stelle vor. Bis Dienstag konnte Garcia zumindest hoffen, dass sich in dem Streit mit Eckert noch etwas tun würde, dann kam aus Zürich das Verdikt: Die Berufungskommission wies den Einspruch zurück. Der sei unzulässig, weil Eckerts Stellungnahme kein "Entscheid" gemäß des Ethikcodes sei - sondern eine freiwillig erteilte persönliche "Meinung". So flott variiert die Interpretation eines Dokumentes in der Welt der Fifa: Noch unmittelbar nach Veröffentlichung des Eckert-Papiers hatte Sepp Blatter mit Hinweis auf selbiges erklärt, die Ermittlungen zu Russland/Katar seien nun abgeschlossen. Vier Wochen später heißt es nun plötzlich, dass Eckerts Stellungnahme gar kein richtiger Beschluss sei.

Vieles angesprochen, aber nicht bekannt?

Garcia wundert sich über diese Deutung, zumal gemäß Fifa-Regelwerk nur "endgültige Entscheidungen" in der Form veröffentlicht würden, wie das ja mit dem Eckert-Papier geschah. Überdies verweist er darauf, dass Eckert selbst festgehalten habe, dass die Evaluierung der Vergabe 2018/2022 "abgeschlossen" sei. Garcias Schritt nährt zudem den Verdacht, dass in seinem Bericht viele heikle Vorgänge angesprochen wurden, die noch nicht bekannt sind.

So wollte er sich etwa rückblickend mit der deutschen WM-Bewerbung für 2006 befasst haben. Und dass er in seiner Rücktrittsnote am Mittwoch ausdrücklich auch "Hinzufügungen" rügt, die Eckert vorgenommen habe, deutet auf jene Passage in der Zusammenfassung hin, die eine besondere Belobigung der Arbeit Blatters und eine Darstellung seiner angeblichen Abhängigkeit von anderen Funktionären enthält.

"Keine unabhängige Regierungskommission, kein Ermittler und kein Schiedsgericht kann die Kultur einer Organisation ändern", schreibt Garcia.

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