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Felix Neureuther:"Ich habe im Sommer gesehen, dass ich noch schnell Skifahren kann"

Dopfer steht drei Tage vor dem ersten Weltcuprennen des neuen Winters unten vor der Talstation der Gigijochbahn und schaut auf die Gipfel hinauf, der 31-Jährige aus Leutasch lässt seinen Blick schweifen, er bleibt hängen am Rotkogeljoch, 2662 Meter über dem Meer gelegen. Es ist der einzige Berg, der weiß eingepudert ist, ansonsten ist nirgendwo unten im Ötztal Schnee zu sehen, alles ist grün und braun. "Das macht mir schon Sorgen", sagt Dopfer, der ein nachdenklicher Mensch ist. "Die Auswirkungen der globalen Erwärmung sind drastisch und man sieht wie die Gletscher durch die Hitze und die geringen Niederschläge im Sommer gelitten haben."

So intensiv, wie er sich mit dem Klimawandel auseinandersetzt, befasst er sich auch mit dem eigenen Körper und seiner Form als Skirennläufer. Er macht sich immer ein bisschen mehr Gedanken, als es seinen Trainern lieb ist. Nachdem er im vergangenen Winter noch mit den Folgen eines komplizierten Schien- und Wadenbeinbruchs gehadert hat, verletzte er sich im Sommer an den Adduktoren. Er brauche noch einige Trainingstage, "um vor allem skifahrerisch voranzukommen", sagt Dopfer.

Auch Fritz Dopfer plagt sich noch mit Trainingsrückstand herum

Die Tage davor im Pitztal konnte er mal wieder so üben, wie er sich das vorstellte. Aber gleichzeitig habe er gesehen, dass der Trainingsrückstand noch immens ist. Vor allem in den Zeitläufen, gibt Dopfer zu: "Da habe ich schon meine Grenzen aufgezeigt bekommen." Besonders seine Körperposition sei im Riesenslalom noch zu fehleranfällig, er könne deshalb seine Skier nicht so laufen lassen, wie das erforderlich sei. "Ich kriege noch zu wenig Druck drauf", sagt er selbst. Aber die zwei Trainingstage in Sölden am Freitag und Samstag fielen nun so positiv aus, dass er am Sonntag starten wird. Genauso wie Neureuther, dessen Körper am Samstag nicht rebellierte. Und heftig geschneit hat es in mehr als 3000 Metern Höhe auch noch. Es sah richtig winterlich aus.

Neureuther kann sein erstes Rennen nach seinem Sieg im November 2017 im finnischen Levi kaum erwarten. "Ich habe in den Sommermonaten gesehen, dass ich noch schnell Ski fahren kann", sagte der 34-Jährige am Freitag in der Sportboutique noch. Dann wurden die Kameras abgebaut und die Autogrammstunde konnte beginnen. Bis hinaus auf die Straße drängten sich die Menschen, um sich von ihm alles Mögliche signieren zu lassen. Neureuther gehört auch in Österreich zu den beliebtesten Skirennläufern.

© sz.de/chge
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