Fechten:Mit großem Herz

Fencing European Championships 2016
(Foto: Tytus Zmijewski/dpa)

Die Qualifikation für Olympia in Rio hatte Benedikt Wagner verpasst - jetzt ist er halt Europameister.

Von Volker Kreisl

Vermutlich hat Benedikt Wagner in dem Moment, als er von seinen Teamgefährten auf Händen getragen und hochgeworfen wurde, nicht an Rio gedacht. Die Freude als neuer Europameister im Säbelfechten, die Gewissheit, vor großem Fechtpublikum bewiesen zu haben, dass er mit seinen starken Teamkollegen mithalten kann, all das ist in der Luft größer als der Ärger am Boden. Denn Benedikt Wagner, der neue Europameister aus Dormagen, ist bei den Olympischen Spielen im August nicht dabei. Teamintern hatten sich Matthias Szabo und Max Hartung für die zwei Einzelplätze durchgesetzt, die es in Rio turnusbedingt für alle Säbler-Teams nur gibt. Für Wagner ist die Saison 2016 also gelaufen. Vor den Europameisterschaften in Polen, so erzählte er später, habe er sich daher gedacht: "Da will ich noch mal einen raushauen." Das ist eine konsequente Herangehensweise, und sie hat ihm geholfen. Wagner gelangen grandiose Gefechte mit großem Herz. Der Höhepunkt war wohl das Halbfinale gegen den Russen Kamil Ibragimow, das er beim Stande von 7:14 eigentlich schon verloren hatte und doch 15:14 gewann. Auch einen 0:6-Fehlstart im Finale gegen den Franzosen Vincent Anstett machte er wieder wett. In Rio ist er also nicht dabei, dafür ist er der dritte deutsche Säbel-Europameister nach Felix Becker 1993 und Wiradech Kothny 1999.

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