Drittligist Kaiserslautern Warum Becca so großes Interesse am FCK hat

Beccas Angebot sieht vor, sofort 2,6 Millionen Euro als Darlehen vorzustrecken, um die Lizenz abzusichern. In den nächsten fünf Jahren will der unter anderem von der FCK-Ikone Klaus Toppmöller beratene Unternehmer zwischen 20 und 25 Millionen Euro Eigenkapital zuschießen - je nach Ligazughörigkeit und Bedarf. Ziel ist die Rückkehr in die Bundesliga. Becca sei sportaffin, heißt es, er investiert in den Luxemburger Meister F91 Düdelingen, den Toppmöllers Sohn Dino trainiert, und der es in dieser Saison in die Europa-League-Gruppenphase schaffte. Doch die Politik dort ist nicht bereit in den Ausbau des Stadions zu investieren, was Becca ärgert. Stattdessen plant er nun ein profitaugliches Stadion mit Wohnungen und Shoppingmall in der belgischen Stadt Virton, dort ist Becca Geldgeber des Fußball-Drittligisten Excelsior Virton. Vor Jahren scheiterte auch Beccas Absicht, ein Nationalstadion in seiner Heimat zu bauen.

Dass der Luxemburger nun beim FCK einsteigt, hat auch mit möglichen Immobiliengeschäften in der Stadt zu tun. "Flavio Becca hat in Kaiserslautern Größeres vor, das ist ja kein Geheimnis", sagt Martin Bader. Mitte dieser Woche hatte der Kaiserslauterer Oberbürgermeister Klaus Weichel (SPD) dem SWR bestätigt, Gespräche mit Becca geführt zu haben. Der Immobilienunternehmer ist am Kauf des Geländes des ehemaligen Nähmaschinenherstellers Pfaff ebenso interessiert wie am Erwerb des Stadions und den Liegenschaften im Stadionumfeld auf dem Betzenberg. Das sind die attraktivsten Lagen der Stadt.

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Kehrt nun Ruhe ein? Das ist eher unwahrscheinlich

Das zur WM-Arena 2006 ausgebaute Fritz-Walter-Stadion wurde 2003 an eine städtische Stadiongesellschaft überführt, um den damals schon finanziell angeschlagenen FCK, der seitdem nur Mieter ist, zu retten. Die Stadt ist dem Klub seither immer wieder entgegengekommen, beispielsweise mit Mietminderungen. Dass Becca der Stadt bereits 20 Millionen Euro für das Stadion offeriert haben soll, ist bislang aber nur ein unbestätigtes Gerücht. Oberbürgermeister Weichel erklärte diese Woche: "Mein Ziel ist es, das Stadion zu veräußern, denn es ist nicht zentrale Aufgabe einer Stadt, einen Stadionbetrieb aufrecht zu erhalten. Ich bin guter Hoffnung, dass wir jetzt bei einer Vielzahl von Interessenten einen Weg finden werden."

Ob nach dem Entscheid für Becca nun endlich wieder Ruhe einkehrt beim FCK, ist eine spannende Frage. Wie der Beirat, so sind auch die Fans gespalten: Für die einen ist Becca der lang erhoffte Retter, der den viermaligen Deutschen Meister wieder zu alten Erfolgen führen kann, für andere der Totengräber des Klubs, der nur eigene Interessen verfolgt. Auch dass der Klub offenbar von Interessen von Kreditgebern wie Quattrex abhängig zu sein scheint, stößt vielen schlecht auf. Im Lauf des Tages soll eine Pressemitteilung des FCK lanciert werden, in der Becca sich kurz äußert. Längere Interviews mit Becca sind eher nicht geplant.

Sportgeschäftsführer Martin Bader sagt, er wolle jetzt endlich wieder über Sport reden. Die Streitigkeiten der vergangenen Monate hätten die eigenen Spieler verunsichert und potenzielle Zugänge verschreckt. "Wir haben Zeit verloren, jetzt wollen wir einen guten Saisonabschluss." Am Samstag kommt der SV Meppen zum letzten Spiel der Drittligasaison, die Woche darauf will der FCK den Verbandspokal gegen Wormatia Worms gewinnen. Und dann, ja dann kommen die Bayern. Es sind schon 37 000 Karten verkauft.

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