FC Schalke 04 "Tedesco hat man allein gelassen"

Plädiert für mehr Unterstützung für kommende Trainer: Huub Stevens.

(Foto: dpa)

Huub Stevens mahnt auf Schalke zu mehr Nachsicht an. Schwimm-Olympiasiegerin Ruta Meilutyte tritt mit nur 22 Jahren zurück. Die DUH fordert Mehrwegbecher in deutschen Stadien.

Meldungen im Überblick

Bundesliga, Schalke: Huub Stevens setzt sich beim FC Schalke 04 für seinen Trainer-Nachfolger David Wagner ein. "David Wagner braucht die Unterstützung, die Domenico Tedesco nicht hatte. Ihn hat man auf Schalke allein gelassen", sagte der 65-Jährige der Sport Bild. "Darum ist Tedesco verbrannt worden - und daran haben wir alle Schuld", so Stevens weiter, der als Interimscoach nach der Ablösung von Tedesco den Fußball-Bundesligisten vor dem Abstieg bewahrt hatte. Allerdings glaubt der Niederländer, dass Wagner den Vorteil mitbringe, bereits zwei Jahre als Spieler auf Schalke aktiv gewesen zu sein. 1997 war Wagner Mitglied der "Eurofighter", die unter dem Trainer Huub Stevens den UEFA-Cup gewannen.

Zugleich will Stevens den neuen Coach vor allzu hohen Erwartungen nach dem enttäuschenden 14. Platz in der abgelaufenen Saison bewahren: "Aus heutiger Sicht wäre Platz sieben oder acht in der nächsten Saison ein großer Schritt." Allerdings benötige Schalke Abwehrspieler: "Drei Innenverteidiger sind zu wenig." Eine Aufgabe für Michael Reschke, den Schalke bereits als Technischen Direktor verpflichtet hat. Stevens schließt ein weiteres Engagement als Trainer auf Schalke kategorisch aus. "Dreimal Schalke reicht. Es ist definitiv Schluss als Trainer", sagt Stevens, "ich habe vergangene Woche eine Anfrage aus dem Ausland abgelehnt."

Schwimmen, Meilutyte: Die litauische Schwimm-Olympiasiegerin Ruta Meilutyte hat ihre Karriere im Alter von 22 Jahren beendet. "Ich bin bereit, eine neue Lebensphase zu beginnen. Vielen Dank an alle, die mich unterstützt haben", wurde sie am Mittwoch in einer Mitteilung des litauischen Schwimmverbandes in Vilnius zitiert. Meilutyte begründet ihren Rückzug mit persönlichen Gründen und den Wunsch, sich auf ihre Ausbildung konzentrieren zu wollen. Sie habe diese Entscheidung schon lange getroffen und es sei eine der schwierigsten in ihrem Leben gewesen.

Meilutyte hatte bei den Olympischen Sommerspielen in London 2012 mit 15 Jahren die Goldmedaille über 100 Meter Brust gewonnen. Insgesamt holte sie nach Verbandsangaben bei internationalen Wettbewerben 20 Gold-, 10 Silber- und eine Bronzemedaille. Die Litauerin hält zudem noch den Kurzbahn-Weltrekord über 100 Meter Brust und die Europabestzeiten über 50 und 100 Meter Brust.

Schwimmen Doping-Kritikerin selbst unter Verdacht
Schwimmerin Ruta Meilutyte

Doping-Kritikerin selbst unter Verdacht

Schwimm-Olympiasiegerin Ruta Meilutyte aus Litauen hat stets Dopingsünderinnen scharf verbal attackiert - jetzt steht sie selbst vor einer Sperre.   Von Saskia Aleythe

"Bisher habe ich mich dem Schwimmen hingegeben. Ich habe diesem Sport seit meiner frühen Jugend gelebt. Wegen des intensiven Trainingsplans habe ich meine Ausbildung verschoben, auf die ich mich jetzt konzentrieren möchte. Ich möchte einfache Dinge erleben, wachsen, mich und die Welt um mich herum besser verstehen", schrieb Meilutyte.

Die Litauerin hatte zuletzt mit mehreren Problemen abseits des Schwimmbeckens zu kämpfen. 2018 machte sie publik, dass sie wegen des hohen Erwartungsdrucks an Depressionen leide. Anfang Mai gab der litauische Schwimmverband bekannt, dass Meilutyte binnen zwölf Monaten drei unangekündigte Dopingkontrollen verpasst habe. Wegen Verstößen gegen die Anti-Doping-Richtlinien drohte ihr eine Sperre von bis zu zwei Jahren. Der nationale Schwimmverband hatte Meilutyte für die anstehenden Schwimm-Weltmeisterschaften im südkoreanischen Gwangju vom 12. bis zum 28. Juli bereits nicht nominiert.

Tennis, Zverev: Ex-Profi Tommy Haas sieht Deutschlands derzeit besten Tennisspieler Alexander Zverev in einer bedrohlichen Abwärtsspirale. "Das Selbstvertrauen ist weg, er hadert viel, zieht sich noch weiter runter und zerstört sich selbst", sagte der 41-Jährige der Sport Bild. Zverev befindet sich seit Wochen in einer sportlichen Krise, zuletzt war er beim ATP-Sandplatzturnier in Rom bereits in seinem Auftaktspiel gescheitert. Der Weltranglisten-Fünfte tritt deshalb in dieser Woche kurzfristig beim Turnier in Genf an, um Spielpraxis für die French Open in Paris zu sammeln. "Er hat zu viele Fragezeichen im Kopf", bemängelte Haas. Zverev benötige dringend ein Erfolgserlebnis. Auf dem Platz könne der 22-Jährige noch variabler und unberechenbarer werden, befand Haas. "Er kann noch aggressiver werden, schneller auf Angriff umschalten, auch mal selbst den Gewinnschlag suchen", sagte die einstige Nummer zwei der Weltrangliste.

Bundesliga, Umweltschutz: Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat Klubs der 1. und 2. Fußball-Bundesliga zur Einführung von Mehrwegbechern in den Stadien aufgefordert. "Für unnötige Abfallberge gibt es keine Akzeptanz mehr und deshalb sollten alle Bundesligavereine schnellstmöglich umstellen und auf Mehrweg setzen", sagte die stellvertretende DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz am Mittwoch. Nach Berechnungen der DUH sei in der abgelaufenen Saison ein Müllberg von mehr als neun Millionen Einweg-Plastikbechern entstanden. Den größten Anteil daran trägt Borussia Dortmund mit mehr als eineinhalb Millionen Plastikbechern. Im Vergleich zur Vorsaison 2017/18 sank die gesamte Einwegbecherzahl in beiden Ligen aber erstmals seit vielen Jahren um 2,3 Millionen. Allein der Umstieg von Rekordmeister Bayern München auf ein Mehrwegsystem zu Beginn der abgelaufenen Saison habe den Becherverbrauch um 1,4 Millionen verringert. In der vergangenen Saison nutzten 19 Klubs ein Mehrwegbecher-System, die verbleibenden 17 setzten auf die Einweg-Lösung. Die DUH nimmt bei ihrer Forderung auch die Deutsche Fußball Liga (DFL) in die Pflicht. Ihre bisherige Zurückhaltung bei den Themen Abfallvermeidung und Umweltschutz sei nicht länger hinnehmbar: "Umweltschutz muss ebenso ein selbstverständlicher Bestandteil der Arbeit der DFL werden, wie die Verhandlung von Fernsehgeldern", forderte Metz.

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Der hochveranlagte Alexander Zverev steckt in seiner ersten nennenswerten Krise. Er verliert viel zu früh - und ist erstmals ganz auf sich allein gestellt.   Kommentar von Barbara Klimke

Eishockey, NHL: Die St. Louis Blues haben zum ersten Mal seit 49 Jahren das NHL-Finale um den Stanley-Cup erreicht. Im Halbfinale der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga gegen die San Jose Sharks gewann St. Louis am Dienstag das sechste Spiel mit 5:1 und entschied damit die Best-of-Seven-Serie mit 4:2-Siegen für sich. Gegner im Finale sind die Boston Bruins. Die Blues stehen zum vierten Mal in einer Endspielserie, haben bislang aber noch nie den NHL-Titel gewonnen.

Bei ihrer bislang letzten Finalteilnahme 1970 unterlagen sie Boston deutlich. Gegen San Jose gewann St. Louis die letzten drei Spiele der Halbfinalserie der Western Conference und drehte damit einen 1:2-Rückstand nach den ersten drei Partien. David Perron und Wladimir Tarasenko brachten die Gastgeber im ersten Drittel mit 2:0 in Führung. Nach dem Anschlusstor von Dylan Gambrell entschieden Brayden Schenn, Tyler Bozak und Iwan Barbaschew die Begegnung mit ihren Treffern.

Premier League, FC Chelsea: Im Finale der Europa League steht Petr Cech seinem alten und womöglich auch neuen Arbeitgeber gegenüber. Der 37 Jahre alte Torhüter des FC Arsenal wird nach der Saison Sportdirektor beim Stadtrivalen FC Chelsea, berichtete der britische TV-Sender Sky Sports News. Cech gewann mit den Blues jeweils vier Mal die englische Meisterschaft und den FA-Cup, den er mit seinem aktuellen Klub Arsenal 2017 erneut gewinnen konnte. Zudem krönte er sich 2012 beim "Finale dahoam" in der Münchner Arena gegen den deutschen Rekordmeister Bayern München zum Champions-League-Sieger. Seit November 2017 ist der Posten des Sportdirektor beim sechsmaligen Meister vakant. Am 29. Mai (21 Uhr) kämpfen Chelsea und Arsenal im letzten Spiel von Cech in Baku/Aserbaidschan um den Europa-League-Titel.

Bundesliga, Stuttgart: Offensivspieler Anastasios Donis vom VfB Stuttgart hat Ex-Trainer Markus Weinzierl kritisiert. "Markus Weinzierl hat eher mit den erfahrenen Spielern und weniger mit den jungen Spielern gesprochen. Meiner Meinung nach war das ein Problem", sagte der griechische Fußball-Nationalspieler der Sport Bild. "Im Training haben wir uns nicht aufgebaut, die Stimmung war negativ." Die abstiegsbedrohten Schwaben hatten sich an Ostern nach dem 0:6 beim FC Augsburg von Weinzierl getrennt und ihn durch den U19-Trainer Nico Willig ersetzt. "Jetzt haben wir Spaß im Training, wir genießen unseren Job wieder", sagte Donis. Das war laut dem 22-Jährigen unter Weinzierl anders. Er habe am Anfang, als er verletzt gewesen sei, einige Gespräche mit dem 44-Jährigen geführt. "Dann kam ich zurück - und wir sprachen eigentlich überhaupt nicht mehr. Mit Nico Willig spreche ich jeden Tag, selbst wenn ich nicht aufgestellt werde."

Basketball, NBA: Die Toronto Raptors haben im Halbfinale der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA gegen die Milwaukee Bucks ausgeglichen. Angeführt von Kyle Lowry, der 25 Punkte erzielte, gewann das einzige NBA-Team aus Kanada deutlich mit 120:102 und stellte in der Best-of-Seven-Serie auf 2:2. Spiel fünf findet am Donnerstag in Milwaukee statt, bislang endeten alle vier Duelle mit einem Heimsieg. Der Finalgegner der Raptors oder Bucks steht indes schon seit Dienstagnacht fest. Die Golden State Warriors haben als erstes Team seit fast 60 Jahren zum fünften Mal nacheinander den Einzug ins NBA-Finale erreicht. Der Titelverteidiger gewann in der Nacht zu Dienstag das vierte Halbfinale bei den Portland Trail Blazers mit 119:117 nach Verlängerung und entschied dadurch die Best-of-Seven-Serie auf schnellstem Wege mit 4:0 für sich.

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Der FC Bayern hat bei seiner erneuten Meisterschaft vielen Widrigkeiten getrotzt. Und er hat die Unentschlossenheit des BVB genutzt. Die Bundesliga muss sich ob der Münchner Dominanz Gedanken machen.   Von Martin Schneider, Claudio Catuogno und Jonas Beckenkamp