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FC Schalke 04:"Das Bild, das wir abgeben, ist verheerend"

Schalke findet ´einvernehmlichen Kompromiss"

Seit März 2019 bei Schalke: Jochen Schneider.

(Foto: Tim Rehbein/dpa)

Sportvorstand Jochen Schneider erklärt in einer Pressekonferenz die Trennungen und Sanktionen des Vortages und gibt einen Einblick in die Schalke-Kabine.

Von Philipp Selldorf, Gelsenkirchen

Auch am Mittwoch waren die Nachrichten aus dem Hauptquartier des FC Schalke 04 nicht dazu angetan, die große Fangemeinde zuversichtlicher zu stimmen. Nachdem der Klub tags zuvor die Suspendierung der Spieler Nabil Bentaleb und Amine Harit und die Trennung von Mittelstürmer Vedad Ibisevic sowie Kaderplaner Michael Reschke bekanntgemacht hatte, musste er nun über weitere Verletzungen wichtiger Spieler informieren.

Der senegalesische Abwehrchef Salif Sané und der portugiesische Angreifer Goncalo Paciencia haben sich am Knie verletzt und fallen womöglich länger aus. Sané, bereits in der Vorsaison wegen einer Knieblessur monatelang absent, muss zwar nicht erneut operiert werden; aber auch eine konservative Therapie wird dauern. Paciencia reiste zu seinem Vertrauensarzt nach Portugal, eine genaue Diagnose steht aus.

Die Lage beim Tabellenletzten Schalke wirkt in allen Belangen dramatisch. Sportlich wie innerbetrieblich gebe der Verein "ein verheerendes Bild ab", gestand Sportvorstand Jochen Schneider, 50, auf einer Pressekonferenz. Der Manager verteidigte die tags zuvor verkündeten Entscheidungen als "notwendig". Es gehe "nicht um Einzelschicksale, sondern nur darum, wie wir aus der sportlichen Situation herauskommen. Wenn es uns gelingt, den Teamgedanken wieder zu entwickeln, werden wir auch wieder erfolgreich sein." Am Vormittag hatte er diese Botschaft auch an die Mannschaft adressiert. Später gewährte Schneider einen Einblick in die bisher offenkundig uneinige Schalker Kabine: "Wir haben 17 Konkurrenten im Land, da brauchen wir die nicht noch im eigenen Verein."

Den ins Einzeltraining abkommandierten Profis Harit und Bentaleb stellte er die Möglichkeit zur Rückkehr in den Kader in Aussicht: "Bei Amine waren es einige Dinge am Wochenende, die uns nicht gefallen haben. Bei Nabil war es ein längerer Prozess", sagte Schneider: "Beide haben die Chance, sich aufs Wesentliche zu besinnen und zurückzukehren." Spätestens am Saisonende wird aber zumindest Bentaleb den Klub verlassen. "Wir müssen feststellen, dass Schalke und Nabil offensichtlich nicht zusammenpassen", so Schneider.

Einen direkten Nachfolger für Michael Reschke soll es zunächst nicht geben. Dessen Aufgaben werden auf Teammanager Sascha Riether, das Schalker Alt-Idol Mike Büskens sowie Vorstands-Assistent René Grotus verteilt. Sie sollen gemeinsam ans Werk gehen, um im Wintertransferfenster Verstärkungen zu beschaffen: "Wir bereiten den Januar vor", sagte Schneider, "das ist unsere Pflicht." Ob den Dreien mehr Geld zur Verfügung stehen wird als Reschke im Sommer, das sagte er nicht.

© SZ vom 26.11.2020/schm
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