bedeckt München 13°

Bundesliga:Immer schwärzer wird das Loch auf Schalke

FC Schalke 04 - FC Augsburg

Die Arbeit für das Führungsteam (von links: Technischer Direktor Michael Reschke, Lizenzspieler-Koordinator Sascha Riether, Sportvorstand Jochen Schneider) wird noch komplexer.

(Foto: Martin Meissner/dpa)

Leere Kasse, sportlicher Totalschaden: Niemand weiß im Augenblick so genau, worüber man sich beim FC Schalke 04 mehr Sorgen machen soll - über die Gegenwart oder über die Zukunft?

Von Philipp Selldorf, Gelsenkirchen

Vor ein paar Wochen erreichten den FC Schalke 04 Medienanfragen, was denn von diesen Meldungen aus Italien und Spanien zu halten sei. Dort war über einen Bieterwettbewerb um den polnischen Angreifer Arkadiusz Milik berichtet worden, unter Vertrag beim SSC Neapel. Die Ablöse wurde auf 25 Millionen Euro taxiert, im Rennen seien Atlético Madrid, AC Mailand, Tottenham Hotspur - und Schalke 04. In Gelsenkirchen hätte man durchaus Verwendung für den Mittelstürmer, der 26-Jährige ist ein umfassend qualifizierter, seriöser Torjäger und könnte somit im Schalker Kader trotz oder wegen des unvergleichlichen Guido Burgstaller eine sehr nützliche Rolle einnehmen.

Allerdings hat es sich womöglich noch nicht bis nach Italien und Spanien rumgesprochen, dass Schalke zero quattro alias "Los Mineros", die Knappen, derzeit nicht dazu ausgestattet ist, bei einem Spieler wie Milik mitzubieten. Und das wäre, wie im Klub mit Freude am Sarkasmus erzählt wird, wohl auch nicht anders, wenn Neapel die Ablöseforderung mit einem Komma versehen würde, 2,5 statt 25 Millionen.

Augenblicklich weiß man ja nicht genau, worüber man sich mehr Sorgen machen soll in Gelsenkirchen: über die Gegenwart oder über die Zukunft. Aktuell schlägt sich Schalke mit einer sportlichen Krise herum, die durch das 0:3 gegen Augsburg am Sonntag befremdliche Ausmaße angenommen hat. Neun Spiele ohne Sieg hatte es zuletzt vor 20 Jahren gegeben. An drei Punkte am Mittwochabend bei Fortuna Düsseldorf wagt nicht mal Trainer David Wagner zu glauben. Die von ihm präferierte und eine halbe Saison lang erfolgreiche Spielweise mit intensiven Läufen, Sprints und dauerhaftem Gegnerdruck könne das Team "im Moment nicht anbieten - wir sind nicht mehr die Elf der Vorrunde", gesteht er. Nach der Vorrunde war Schalke Fünfter, Spieler wie Amine Harit und Suat Serdar erregten landesweit Aufsehen und sorgten in Vertretung des chronisch torlosen Burgstaller für die nötigen Treffer. Aber Harit fehlt in Düsseldorf ebenso wie Serdar, der wegen einer Außenbandblessur im Knie bis Saisonende passen muss.

Verletzungen der tragenden Stammkräfte sind Wagners Dauerthema in der Rückrunde. Gefragt nach der anhaltenden Abwesenheit der Kapitäne Benjamin Stambouli und Omar Mascarell, sagte der Trainer: "Es ist ein Problem, dass uns Führungsspieler wie Benjamin und Omar fehlen, ich könnte jetzt aber noch sechs oder sieben oder vielleicht auch zehn aufzählen, die in den letzten Monaten gefehlt haben."

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite