FC Liverpool in der Premier League Viele wichtige Spieler haben Blessuren

Doch all diese Versuche, die eigene Leistung hinter der Wut auf den Schiedsrichter zu verstecken, zeigen derzeit die Befindlichkeiten in Liverpool. Sukzessive gehen Klopp zwei Wochen vor dem Duell mit dem FC Bayern im Achtelfinale der Champions League die Spieler aus; die Hälfte der Stammformation befindet sich wegen Verletzungen in Behandlung. Die frühe Demission im FA-Cup hat Liverpool zuletzt einen unrhythmischen Spielkalender beschert mit bis zu elf Tagen ohne Einsatz. Diese eigentlich zur Erholung gedachte Phase, unterbrochen durch einen Kurztrip des Teams nach Dubai, legt bei den Spielern kleinere und größere Blessuren offen - man könnte auch sagen: Liverpool ist angeschlagen.

Neben den länger verletzten Alex Oxlade-Chamberlain (Kreuzbandriss) und Joe Gomez (Unterschenkelbruch) meldeten sich kürzlich Rechtsverteidiger Trent Alexander-Arnold, der im Mittelfeld für die Balance zuständige Georginio Wijnaldum (beide Knieprobleme), Dejan Lovren sowie Kapitän Jordan Henderson (beide muskuläre Probleme) vom Spielbetrieb ab. Nach dem Spiel gegen West Ham betonte Klopp, der gerne mal mit der Unpässlichkeit seines Personals kokettiert, dass auch Milner und Virgil van Dijk versehrt sind. Durch die Abwesenheiten musste man die rechte Hälfte der Viererkette neu aufstellen - und das gesamte Mittelfeld.

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Der FC Liverpool gewinnt in Unterzahl 4:3 gegen Crystal Palace - in der Nachspielzeit fallen zwei Tore. Leroy Sané glänzt erneut bei ManCity. PSG schießt neun Tore in der Ligue 1.

Kein Henderson kein Wijnaldum und auch kein Milner: Auf keinen aus der Bestbesetzung für das Mittelfeld konnte Klopp zurückgreifen, Milner wurde hinten rechts benötigt. In der Winterpause hatte sich Liverpool entschieden, mit Nathaniel Clyne den Ersatz an Bournemouth abzugeben, um Unzufriedenheit im Kader vorzubeugen. Die für knapp 100 Millionen Euro eingekauften Naby Keita aus Leipzig und Fabinho aus Monaco sind noch nicht in der Lage, den Energiefluss im Team aufrecht zu erhalten. Im Herausspielen von Torchancen verschleppte Liverpool das Tempo mit einer Reihe an Pässen und Missverständnissen. Die Times urteilte nach Auflistung der Mängel: "Lifeless Liverpool".

In der Premier League ist es in dieser Saison keine Seltenheit, dass Liverpool sich zügelt, um nicht zu viel Substanz zu lassen - aber ganz ohne Krafteinsatz geht es halt dann auch gegen das mittelklassige West Ham nicht. Die scheinbare Gleichgültigkeit wurde beim Verteidigen der gegnerischen Standards erkennbar. Fast ohne Widerstand ließen sich die Reds austricksen, eine banale Freistoßvariante genügte Michail Antonio zum Ausgleich (28.). Schon gegen Leicester musste Liverpool das Gegentor nach einem Eckball hinnehmen. In der Schlussszene hätte der eingewechselte Divock Origi die Leistung kaschieren können, als sich ihm die Möglichkeit auftat, das Siegtor für Liverpool zu erzielen - aus Abseitsposition. Der Treffer hätte trotzdem gezählt.

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