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FC Liverpool:Nun braucht Liverpool Tottenhams Schützenhilfe

Lloris' achter direkt zu einem Gegentreffer führender Fehlgriff bei Tottenham seit August 2016 erinnerte an das Missgeschick des englischen Nationaltorwarts. Im Dezember legte Jordan Pickford im Trikot des FC Everton in der finalen Spielszene den Ball ebenfalls zum Siegtreffer für Liverpool auf. Die Hochstimmung setzten die Reds in einen punktverlustfreien Monat um mit acht Siegen aus acht Spielen. Im Gegensatz zu den damaligen Jubelarien verzichtete Liverpool diesmal auf jede Form der Schadenfreude.

Die Spurs sind sowieso geplagt genug: Durch das fünfte sieglose Spiel hintereinander haben sie den zwischenzeitlichen Vorsprung von zehn Punkten auf einen nicht zur Champions League berechtigenden Platz vollständig eingebüßt. Klopp suchte den Weg zu den Verlierern, die er vorab mit Lob versehen hatte. Denn Liverpool benötigt dringend noch mal die Hilfe der Spurs: bei deren Ligaspiel gegen City. Ohne Ausrutscher des Meisters kann Liverpool selbst nicht Meister werden.

Wenn der Herzenswunsch mit dem ersten Ligagewinn nach 29 Jahren möglichst lange realisierbar bleiben soll, helfen einzig Siege. Der Ernst der Lage wurde offenkundig, als Liverpool am Ende all in ging. Nach einem Ballverlust am gegnerischen Strafraum wurde das Team ausgekontert. Zu zweit lief Tottenham auf den verbliebenen Abwehrspieler Virgil van Dijk zu, der ebenfalls zockte - und gewann. Liverpools van Dijk zwang Moussa Sissoko zum Torabschluss, der zu hoch geriet. Wenn der Ball ins Tor gegangen wäre, sagte Klopp auf der Pressekonferenz später, "hätte ich bezweifelt, dass wir gewinnen". Und damit wäre die Meisterschaft praktisch verloren gewesen.

In der ersten Halbzeit verpasste Liverpool, dem Kopfballtreffer durch Roberto Firmino (16.) ein zweites Tor folgen zu lassen. Mit einer Änderung der Grundformation brachte Mauricio Pochettino, der wegen Schiedsrichterkritik die Spurs von der Tribüne aus coachen musste, seinen Kontrahenten in Verlegenheit. Minutenlang beratschlagte sich Klopp mit seinen Assistenten über eine mögliche Gegenreaktion. Just nach der Umstellung verschlief Kapitän Jordan Henderson einen schnell ausgeführten Freistoß, der Lucas Moura für Tottenham den Ausgleich ermöglichte (70.). Als Liverpool in seiner Verzweiflung nicht mehr in der Lage zu sein schien, die Spurs zu schlagen, schlugen die sich selbst.

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