FC Ingolstadt:Alles zu hoch

2.BL; FC St. Pauli - FC Ingolstadt 04, Dennis Eckert Ayensa (7, FCI) trifft den Ball nicht 2. Bundesliga - FC Ingolstad

Es klappt nicht allzu viel, hier auch nicht bei Ingolstadts Dennis Eckert Ayensa.

(Foto: Stefan Bösl/imago)

Die eigenen Chancen bleiben weitgehend ungenutzt, dem Gegner St. Pauli gewährt das Team von Trainer Pätzold mal wieder viel zu viele Gelegenheiten.

Von Christoph Leischwitz

Guido Burgstaller wirkte ein bisschen angesäuert, als er in der 66. Spielminute ausgewechselt wurde. Fünf Minuten zuvor hatte der Angreifer des FC St. Pauli das 3:0 gegen den FC Ingolstadt erzielt, die Zweitliga-Partie war also schon so gut wie entschieden, doch der 32-Jährige hätte wohl gerne nachgelegt und sah offensichtlich auch die Möglichkeiten dafür. Was umgekehrt bedeutete, dass den Schanzern nicht gelungen war, was sie sich am meisten vorgenommen hatten: defensiv endlich einmal besser zu stehen als in früheren Auswärtsspielen. Doch nach dem 1:4 (0:1) am Millerntor hat die Mannschaft von Roberto Pätzold schon 18 Gegentore gesammelt, der FC baut damit seine Führung in Sachen schlechteste Abwehr aus. "Letztlich haben wir wieder zu viele Großchancen zugelassen, das müssen wir schleunigst abstellen", resümierte Pätzold am Sky-Mikrofon.

Nach einigen vielversprechenden Minuten zu Beginn - Ingolstadts Merlin Röhl verzeichnete den ersten Torabschluss der Partie nach drei Minuten - schienen zehn der elf Ingolstädter auf dem Rasen schon sehr früh geschlagen: Die Gastgeber drängten die Schanzer früh in deren Hälfte und dominierten das Mittelfeld. Allein Torwart Fabijan Buntic wehrte sich noch eine Weile gegen die Übermacht und hielt mit drei sehenswerten Paraden (11., 19., 21.) die in blau spielenden Gäste im Spiel. Dabei fiel bereits auf, dass die große Ingolstädter Schwäche an diesem Tag bei hohen Bällen lag. Nach 34 Minuten war dann auch Buntic geschlagen, folgerichtig durch einen Kopfball: Verteidiger Luca-Milan Zander traf nach einem Eckball unbedrängt.

Die FCI-Stürmer machen zu wenig aus ihren Gelegenheiten

Den oft schüchtern agierenden Gästen bot sich aber nur wenige Sekunden später die Chance zum Ausgleich. Patrick Schmidt nahm einen Pass durchs Zentrum gut mit Brust und Bein mit, dann aber drosch er die Kugel freistehend deutlich drüber (35.). Die Szene war bezeichnend für die meisten weiteren Chancen, die sich Ingolstadt fortan noch herausspielen sollte: Was oft gut funktionierte, das war der öffnende Pass in die gegnerische Hälfte. Doch den Offensivkräften gelang zu wenig in aussichtsreichen Positionen, so erneut Schmidt kurz nach der Pause: Wieder schoss er deutlich über das Tor, dabei hätte er querlegen können (48).

St. Paulis Maximilian Dittgen führte vor dem 2:0 dann die Ingolstädter Abwehr mit all ihren Schwächen vor. Zunächst zog er im zentralen Mittelfeld drei Gegenspieler auf sich und legte quer - als er Sekunden später frei zum Kopfball kam, war kein Gegenspieler mehr bei ihm (50.). Vor dem 3:0 durch Burgstaller verlor Ingolstadt dann gleich zwei Kopfballduelle hintereinander - den Schanzern war an diesem Tag irgendwie alles zu hoch. Dem ordentlich spielenden Röhl gelang dann zwar noch der Anschlusstreffer, allerdings glücklich - denn eigentlich hatte sich der 19-Jährige den Ball zu weit vorgelegt, dann wurde sein Schuss unhaltbar abgefälscht (72.). Die direkte Antwort: Das 4:1 durch den eingewechselten Christopher Buchtmann (73.). Ingolstadt empfängt am Samstag Fortuna Düsseldorf, das nächste Auswärtsspiel findet auf Schalke statt.

© SZ/lib
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