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FC Ingolstadt 04:Dann lachen die anderen

Tor zum 4:0, rechts: Luka Stor (Dresden) trifft, Ilmari Niskanen (Ingolstdt) kommt zu spät, 27.02.2021, Fussball, GER,

Schlusspunkt: Luka Stor erzielt das 4:0 für Dresden, Ingolstadts Ilmari Niskanen (links) kommt zu spät.

(Foto: Lutz Hentschel/imago)

Der FC Ingolstadt 04 erlebt im Spitzenspiel bei Dynamo Dresden eine niederschmetternde Niederlage.

Von Johannes Kirchmeier

Selbst schmunzelte Tomas Oral kein bisschen mehr am Ende dieses Fußball-Nachmittags am vergangenen Samstag. Das heißt aber in seinem Fall natürlich nicht, dass er nicht noch im Stande wäre, andere zu erheitern. Einen seiner Vorgänger als Trainer des FC Ingolstadt 04 brachte er in der Pressekonferenz gar heftig zum Lachen. "So wie sie sich präsentieren, wird sie auch niemand mehr aufhalten", sagte Oral über den Drittliga-Tabellenführer Dynamo Dresden, den Markus Kauczinski, einst Bundesliga-Coach des FCI, anleitet. Dresden hatte die Oberbayern gerade mit 4:0 (2:0) Toren düpiert - sieben Punkte sind die Ingolstädter nun hinter dem Ersten. Allein deshalb steckte also Wahrheit in Orals Worten - Dynamo präsentiert sich seit Wochen als stärkstes Team der Liga.

Trotzdem lachte Kauczinski erst einmal heftig. So als hätte ihm Oral gerade einen Witz erzählt, ehe er in aller Ruhe sagte: "Vielen Dank. Natürlich reden wir hier nicht über das Ende, sondern nur über diesen Moment." Einen niederschmetternden Moment für die derzeit beste bayerische Mannschaft, die zuvor drei Mal siegte. Und nun nicht nur ob der Tordifferenz eine durchaus empfindliche Niederlage erlebte, sondern auch weil die restlichen Teams von Rang eins bis sieben im engen Aufstiegsrennen gepunktet hatten. Als Zweiter reiste der FCI zum Topspiel, als Vierter verließ er Dresden wieder.

Vor allem weil die Stabilität, die ihn eigentlich ausgezeichnet hatte, plötzlich abhandengekommen war. Erstmals seit Dezember kassierte das Team wieder mehr als ein Gegentor. "Wir haben den Gegner dazu eingeladen, Tore zu schießen", sagte Mittelfeldspieler Marcel Gaus. "Heute haben wir - auf gut Deutsch - richtig auf die Fresse bekommen." Das eigene Angriffsspiel der Ingolstädter funktionierte gerade einmal bis 20 Meter vor dem Tor - und Dynamo reichten sechs Torschüsse zu den Treffern durch Heinz Mörschel (39., Foulelfmeter), Ransford-Yeboah Königsdörffer (45.) und Luka Stor (90.+2), das 0:3 war ein Eigentor von Marc Stendera (49.).

Ein wenig lag das auch an der offensiven FCI-Aufstellung: Nicht zum ersten Mal probierte es Oral ohne echten Abräumer vor der Abwehr. Gegen die Kellerklubs Unterhaching, Köln und Kaiserslautern klappte das gut - doch die Sachsen nutzten diese ungewohnte Freiheit auf dem Platz bei ihren Kontern mit "geilen Kombinationen" (Kauczinski) aus. "Nach dem Spiel ist man schlauer", meinte Oral etwas knurrig. "Wir analysieren es sauber und gucken, dass wir nicht zu viel darüber reden, weil wir am Mittwoch schon wieder spielen." Beim Nachholspiel gegen Uerdingen soll das Lachen zurück in sein Gesicht kommen.

© SZ/lein
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