FC Bayerns Sieg gegen Frankfurt Thiago verkörpert die totale Überlegenheit

Thiago (li.): Ballmagnet im Spiel der Bayern

Eintracht Frankfurts Trainer Armin Veh verblüfft beim 0:5 in München mit Erkenntnissen über die Chancenlosigkeit seiner Mannschaft. Pep Guardiola ist entzückt vom "besten Saisonspiel" seiner Elf, das geprägt ist von Kreativboss Thiago.

Aus dem Stadion von Jonas Beckenkamp

Irgendwie war dann doch alles so verlaufen, wie Armin Veh es erwartet hatte. Frankfurts Trainer ist ein Pragmatiker, der mit einer feinen Prise trockenen Humors durchs Leben wandelt. Auch ihm war natürlich klar, dass "ich hier kein Geburtstagsgeschenk bekommen würde." Am Samstag war der gebürtige Augsburger 53 Jahre alt geworden - was die Bayern nicht daran hinderte, im Überschalltempo über die Eintracht hinwegzuwalzen. 5:0 (2:0) endete diese verblüffend einseitige Partie, es hätte auch 7:0, 9:0 oder 12:0 ausgehen können.

Aber einen wie Veh haut so was nicht um. Er hatte es ja kommen sehen und mit Sebastian Rode und Carlos Zambrano zwei seiner Besten wegen drohender Sperren gleich zu Hause gelassen. "So zu verlieren, fühlt sich immer scheiße an. Die Bayern waren heute in einer eigenen Liga", sagte der Coach, als er auf der Pressekonferenz neben Pep Guardiola Platz genommen hatte.

Es wurde ein denkwürdiger Auftritt, denn es gab noch einige Schwärmereien auszutauschen. "Es versuchen ja alle, dagegenzuhalten. Keiner will ein Spiel abschenken, aber es hat auch mit absoluter Klasse zu tun, dass niemand sie besiegt."

Und dann wurde es ulkig, denn Veh redete einfach ungefiltert weiter - und dabei musste er selbst lachen. "Es ist ja nicht nur Ribéry. Die sind alle so gut! Wir müssen schon auf Freundschaftsspiele verweisen, um uns zu erinnern, dass man gegen sie gewinnen kann." Jener Testkick also, den die Bayern vor dem Rückrundenstart in Salzburg aus lauter Lustlosigkeit mit 0:3 verloren. Zum allgemeinen Frankfurter Unglück waren Guardiolas Männer diesmal aber von ähnlicher Wurstigkeit Lichtjahre entfernt. Sie zerlegten die Eintracht mit der Präzision einer Meisterklasse aus dem Chirurgie-Fachbetrieb.

Ja, die Bayern waren außergewöhnlich fokussiert, sogar so sehr, dass Guardiola vom "besten Saisonspiel" sprach - da kann natürlich auch Eintracht Frankfurt mal hoch verlieren. Aber dass es ein solch erniedrigender Akt der Wehrlosigkeit sein musste, warf dann doch Fragen auf. Wollten die Hessen überhaupt? Oder hatte ihnen ihr Trainer von vorneherein jegliche Siegesambitionen ausgeredet? Nach dem Motto: Machen wir uns nix vor, wir verlieren eh. Das wäre eine neue Qualität des Wettbewerbsverlustes in der Bundesliga.

FC Bayern in der Einzelkritik

Zuverlässig wie Tipp-Kick-Figuren